Fünf Stationen geplant Schneelasten sicher messen

Stadt Geretsried beugt für die kommenden Winter vor

Von Felicitas Amler, Geretsried

Im "Katastrophenfall Schnee" trägt der Bürgermeister eine große Verantwortung: Sind Dächer einsturzgefährdet? Müssen Gebäude fürs Publikum gesperrt werden? Einer muss es entscheiden. Nach den Erfahrungen in diesem Winter hat sich die Stadt Geretsried dazu entschlossen, für diese Situation solide vorzusorgen. Der Bau- und Umweltausschuss des Stadtrats hat daher am Dienstag bei einer Gegenstimme (Arthur Wolfseher, SPD) dafür votiert, ein Mess-System für Schneelasten anzuschaffen. Mit fünf Mess-Stationen zwischen Gelting und Stein kostet dieses rund 57 000 Euro. Gut angelegtes Geld, davon ist Bürgermeister Michael Müller (CSU) überzeugt: "Die Starkregen- und Starkschnee-Ereignisse kommen halt immer mehr", sagte er. Und da bisher im Zweifelsfall jemand auf Dächer kraxeln und den Schnee messen musste, sei die Frage: "Was mutet man den Mitarbeitern zu?" Es gehe um die Sicherheit der Allgemeinheit, aber auch der eigenen Beschäftigten.

Hans Hopfner (SPD) war eigentlich der Meinung, drei Messpunkte müssten für Geretsried ausreichen, ließ sich aber davon überzeugen, dass das Mikroklima zwischen Gelting und Stein deutlich differiere, weswegen die fünf Stellen hilfreich seien: Turnhalle Gelting, Feuerwehr Nord, Turnhalle Stifterschule, Turnhalle Ledererschule, Jugendzentrum Einstein. Sabine Gus-Mayer bestätigte, dass das Klima bei einer Höhendifferenz von 20 Metern zwischen Gelting und Stein unterschiedlich sei. Sie sprach von der Tattenkofener, Müller von der Buchberger Wetterscheide.

Nach Auskunft von Tom Rosshuber, dem Geschäftsführer der Roofguards GmbH in Eggstädt, deren System die Stadt Geretsried anschaffen will, ist dieses bereits in etlichen Kommunen in Gebrauch. Und dies nicht erst seit dem vergangenen harten Winter. So hätten es Schulen in den Städten Regensburg und Augsburg und im Landkreis Ebersberg auf den Dächern, außerdem Hallenbäder in Burghausen und Bad Reichenhall.