bedeckt München 17°

Führungswechsel:Für die Menschen da sein

Ein Ära geht zu Ende: Karl Murböck (rechts) kandidierte nicht mehr als Kreisbrandrat. Sein Nachfolger ist 47-jährige Alfred Schmeide.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Nach 18 Jahren hört Karl Murböck als Kreisbrandrat auf. Sein Nachfolger ist Alfred Schmeide aus Lenggries

Als "Zeitwende" hat der Tölzer Landrat Josef Niedermaier (FW) den Wechsel an der Spitze des Kreisfeuerwehrverbandes bezeichnet: Der bisherige Kreisbrandrat Karl Murböck leitete am Sonntag zu Dreikönig seine letzte Jahresversammlung im Tölzer Kurhaus. Nach 18 Jahren an der Spitze der Kreisfeuerwehr kandidierte er nicht mehr. Im folgt der Lenggrieser Alfred Schmeide an diesem Dienstag nach. Dem bisherigen Kreisbrandinspektor für den Bereich Süd überreichte Landrat Niedermaier zum Amtswechsel schon einmal seine neue Uniform.

Bei der Feuerwehr zählt der 47-jährige Schmeide zu den erfahrenen Mitgliedern. Seit 1986 engagiert er sich für die Organisation. Zwölf Jahre war er Kreisbrandmeister und eineinhalb Jahre Kreisbrandinspektor. In seine neue Aufgabe als Kreisbrandrat müsse er sich einarbeiten, sagt er auf Nachfrage. "Ich muss mich in alles reinfinden." Ihm sei bewusst, dass seine neue Aufgabe auch mit mehr bürokratischem Aufwand verbunden sei. Dieser Bereich stehe jedoch nicht im Vordergrund. Primär gehe es darum, für die Menschen da zu sein, schildert Schmeide.

Zu seinen Hauptaufgaben zählt der neue Kreisbrandrat die Alarmierung über den Tetra-Digitalfunk. Im vergangenen Jahr hatte es dafür im Zweckverbandsbereich eine Testphase gegeben. Mit den Funkverbindungen hatte es insbesondere in Bad Tölz Schwierigkeiten gegeben. Inzwischen sei dafür jedoch eine Lösung gefunden worden, berichtet Schmeide. Außerdem existierten noch weitere Gebiete im Landkreis, wo das neue System nicht optimal funktioniere.

Gleichzeitig will Schmeide als Kreisbrandrat an der "Tagesalarmsicherheit" arbeiten. Damit ist gemeint, dass ausreichend ehrenamtliche Feuerwehrmitglieder tagsüber für Einsätze bereit stehen. Diese Frage zähle oberbayernweit zu den Hauptthemen. Der Landkreis sei allerdings weniger stark betroffen als andere Regionen.

Bereits im Juni hatten die Kommandanten der 58 Landkreis-Feuerwehren den Nachfolger von Murböck gewählt. Damals hatte sich Schmeide äußerst knapp durchgesetzt. 28 von 55 abgegebenen Stimmen fielen auf ihn. Sein Gegenkandidat, Kreisbrandmeister Josef Limm aus Münsing, unterlag mit einer Stimme weniger. Zur jetzigen Jahresversammlung betonte Landrat Niedermaier, wie fair diese Wahl abgelaufen sei. Dafür dankte er Limm ausdrücklich. Dem neuen Kreisbrandrat Schmeide wünscht der Landrat, immer die richtigen Entscheidungen für in Not geratene Menschen zu treffen.

Der künftige Kreisbrandrat wird mit einer neuen Führungsmannschaft zusammenarbeiten. In der Funktion als Kreisbrandinspektor im Süden folgt Schmeide der Tölzer Kommandant Wolfgang Stahl nach. Für den Norden wird Erich Zenglere von der Eglinger Feuerwehr Kreisbrandinspektor. Sein Vorgänger war Christian Sydoriak. Schriftführer im Kreisfeuerwehrverband bleibt Georg Lettner. Stefan Kießkalt wählten die stimmberechtigten Feuerwehrleute erneut zum Schatzmeister.

Seit dem 18. Lebensjahr ist Murböck in der Feuerwehr aktiv. Für drei Amtsperioden von jeweils sechs Jahren hatte er den Kreisfeuerwehrverband geleitet. Nach 18 Jahren an der Spitze hatte sich der inzwischen 63-jährige Murböck entschieden, kein weiteres Mal mehr für das Amt zu kandidieren. Denn die Altersgrenze für den aktiven Dienst bei der Feuerwehr liegt bei 65 Jahren. Damit hätte Murböck eine weitere Amtsperiode von sechs Jahren ohnehin nicht mehr vollständig absolvieren können. Allerdings will Murböck bei seiner Heimatfeuerwehr in Wegscheid weitermachen.

Zur Jahresversammlung lobte Landrat Niedermaier die Feuerwehrleute für ihr Engagement in der Freizeit. Er verzichtete darauf, Murböck ausführlich zu würdigen. Dieser soll am 2. Februar auf einer Feier im Tölzer Landratsamt noch offiziell verabschiedet werden.