Waldfriedhof in Bad Tölz:Urnengräber unter elf Bäumen

Lesezeit: 2 min

Waldfriedhof in Bad Tölz: Große Grabstätten wie jene der Familie Max Höfler prägen den Waldfriedhof in Bad Tölz. Inzwischen werden dort aber vor allem Urnengräber angelegt. Rund 30 neue Bestattungsplätze soll es unter elf Bäumen geben.

Große Grabstätten wie jene der Familie Max Höfler prägen den Waldfriedhof in Bad Tölz. Inzwischen werden dort aber vor allem Urnengräber angelegt. Rund 30 neue Bestattungsplätze soll es unter elf Bäumen geben.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Tölzer Stadträte stimmen neuem Begräbnisfeld zu. Die Nutzungsgebühr für einen Bestattungsplatz beträgt 984 Euro für zehn Jahre.

Von Klaus Schieder, Bad Tölz

Elf Bäume hat die Stadt Bad Tölz auf dem Waldfriedhof für neue Urnengräber ausgesucht. An jedem Baum sollen zwei bis drei Bestattungsplätze für bis zu vier Urnen geschaffen werden. Die Nachfrage nach Alternativen zu den klassischen Erdgräbern und Grüften sei in den vergangenen Jahren stark gestiegen, erklärte Kämmerer Hermann Forster am Dienstagabend im Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrats. Und diese Art vom Friedwald sei eine Form, die gut zu Bad Tölz passe. "Wir haben ja einen Waldfriedhof." Die Stadträte stimmten der neuen Anlage bis auf Josef Steigenberger (CSU) zu. "Das passt zu unserem Friedhof, das freut mich richtig", sagte auch Richard Hoch (Grüne).

Für jeden Verstorbenen, der unter den Zweigen beigesetzt wird, bringt die Stadt an einem der elf Bäume eine kleine Gedenktafel an. Der gärtnerische Gestaltung und Pflege der neuen Ruhestätten übernimmt sie ebenfalls - und zwar ausschließlich. Dafür wurde im Hauptausschuss auch die Friedhofssatzung geändert. Den Mitarbeitern des Friedhofs ist es dadurch erlaubt, kleine Engel, Blumenschalen oder andere Gegenstände des Gedenkens zu entfernen, die Angehörige auf den Gräberfeldern abgelegt haben. Diese Ermächtigung sei notwendig, um dort zum Beispiel mähen oder Schnee räumen zu können, erklärte Wolfgang Steger vom Standesamt. "Sonst sind wir in der Haftung, fast schon beim Diebstahl."

Die Gebühr für ein solches Urnengrab unterm Baum beträgt 984 Euro für zehn Jahre. Die Nutzung kann danach verlängert werden. Ob dies nicht ein wenig hoch sei, wollte Christina Brandl (CSU) wissen. Sie verwies darauf, dass für andere Urnengräber nur zwischen 240 und 400 Euro fällig werden. Dort seien die Flächen, die gepflegt werden müssen, jedoch kleiner, erwiderte Steger. Die Kosten für den Friedwald seien auch deshalb höher, "weil es da nicht so viele Urnengräber gibt". Wer sich für einen der neuen Bestattungsplätze entscheide, zahle aber nur einmal fürs Grab und den Unterhalt. Und die Ausgaben für einen Steinmetz fielen ja weg. Auch Kämmerer Herrmann Forster verteidigte die Höhe der Abgabe: "Wir sind hier weder Preistreiber noch der billige Jakob." Würde die Stadt richtig kalkulieren, ergäbe sich eine Preissteigerung von 20 bis 40 Prozent, sagte er. Erst vor einem Jahr hatte der Stadtrat die Friedhofsgebühren wegen eines jährlichen Defizits von rund 148.000 Euro angehoben.

Julia Dostthaler (CSU) forderte die Stadt auf, mit dem Grabschmuck der Angehörigen sorgsam umzugehen. Kerzen, Engel oder Blumengebinde - "das soll nicht gleich weggeräumt werden, da darf schon noch ein bisschen was bleiben, gerade an Allerheiligen oder an Weihnachten", sagte sie. Die ausschließliche Pflege durch die Stadt sei auch deshalb erforderlich, "damit wir nicht so eine Art Hollywood zusammenbekommen", ergänzte Kämmerer Forster. Nur Josef Steigenberger (CSU) stimmte gegen die Baum-Urnengräber. "Das ist alles einen Kostenrechnung", sagte er. Auf dem Tölzer Friedhof würden immer mehr Gräber aufgegeben - "je mehr Gräber aufgelöst werden, desto mehr steigen auch die Kosten."

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema