Schuhregal, Nachttischlampe, Sektgläser, Mikrowelle: Die Liste ließe sich endlos fortsetzen, was heutzutage Wohnungen und Häuser füllt. Doch angesichts von Wohnraum als immer knapperes und teureres Gut stellt sich die Frage, wie viel wirklich nötig ist. Wie also mit dem Raum umgehen und den darin steckenden Ressourcen, wie war das früher und wie soll es in Zukunft sein, das sind einige der zentralen Fragen. Sie werden auch im Starkerer Stadel gestellt, der am Donnerstag im Freilichtmuseum Glentleiten wiedereröffnet wurde. Aus dem historischen Gebäude ist nun eine museumspädagogische Zentrale geworden, in der Besuchende spielerisch zum Nachdenken angeregt werden.
Der Stadel aus Starkern ist eines der größten historischen Gebäude des Freilichtmuseums. Von außen zeigt sich das Gebäude unverändert prächtig: große Tore, bunte Bemalung, üppiges Bundwerk und fantasievolle Schnitzereien. Innen aber erwartet Besuchende ein neu gestalteter interaktiver Bereich, der mit analogen und digitalen Mitmachstationen einlädt, über ihre eigenen vier Wände nachzudenken. "Der Starkerer Stadel bietet mit dieser Präsentation eine Art Museumsauftakt und Lesehilfe für den Besuch des Bezirksmuseums", erklärt Pressereferentin Melanie Bauer. Eine neu eingerichtete moderne Seminarküche biete die Möglichkeit zur Durchführung von Kursen mit Lebensmitteln und in zwei weiteren museumspädagogischen Räumen werde es verschiedene Mitmachangebote für Kinder und Erwachsene geben. Das Herzstück bilde ein interaktiver Bereich unter dem Titel "Das Haus und wir - gestern, heute, morgen" mit den Hauptthemen "Wie Bauen wir und wie wohnen wir?"
Beim Bau und der Einrichtung der neuen Präsentation wurde Bauer zufolge sowohl an kleine als auch an große Besucherinnen und Besucher gedacht: Der interaktive Bereich besitzt eine Erwachsenen- und eine Kinderebene mit Texten in einfacher Sprache und ansprechenden Illustrationen. In der Küche gibt es außerdem Arbeitsflächen auf verschiedenen Höhen, die zum Teil mit Rollstühlen unterfahrbar sind. Alle Angebote sind darüber hinaus zweisprachig in Deutsch und Englisch gestaltet.
Hinter den Fragen nach den Wohnformen früher und heute steckt nach Ansicht der Pressereferentin auch das Bewusstsein, dass Nachhaltigkeit eines der drängendsten Themen der Zeit ist - und alle zu nachhaltigem Handeln aufgerufen sind. "Auch Museen können und müssen hier einen Beitrag leisten: zum einen als Einrichtung selbst, zum anderen durch entsprechende Bildungsangebote", sagt Bauer. Freilichtmuseen, die als alltagshistorische Museen elementare Fragestellungen rund um Bauen, Wohnen und Arbeiten in den Fokus nehmen, haben ihr zufolge dabei ein besonders großes Potenzial.
Der Umbau des Starkerer Stadels in ein museumspädagogisches Zentrum sei ein Beispiel für nachhaltiges Handeln auf mehreren Ebenen: beim Umbau durch größtmögliche Wiederverwendung vorhandener Bausubstanz und Baustoffe sowie des Einsatzes möglichst nachhaltiger Materialien. Aber auch inhaltlich werde Nachhaltigkeit thematisiert: "die musealen Kernaufgaben Bewahren und Vermitteln werden hier in einen größeren Kontext gestellt, denn es soll in der neuen Präsentation nicht nur um Vermittlung gehen, sondern darum, Besucherinnen und Besucher zum Denken und bestenfalls Handeln anzuregen - dann hat der Museumsbesuch eine nachhaltige Wirkung", schließt Bauer.
