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Freizeit in Pandemie-Zeiten:"Eiszeit" trotz Corona

Die "Eiszeit" an der Loisach soll auch in diesem Winter wieder zum Highlight für Kinder und Jugendliche werden.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Wolfratshausen will auch in diesem Winter am beliebten Schlittschuh-Vergnügen festhalten.

Von Konstantin Kaip

Trotz der immer noch anhaltenden Corona-Pandemie soll es in Wolfratshausen auch in diesem Winter eine "Eiszeit" geben. Der Ausschuss für Kultur, Jugend, Sport und Soziales des Stadtrats hat sich am Donnerstag mehrheitlich dafür ausgesprochen, die beliebte Eisfläche für Schlittschuhfahrer an der Alten Floßlände auch in diesem Winter errichten und betreiben zu lassen - sofern es die Infektionsschutzrichtlinien erlauben. Das Eisvergnügen, das heuer zum vierten Mal an den Start geht, wird sich freilich von den Vorjahren unterscheiden: mit beschränkter Personenzahl, Maskenpflicht und einem abgespeckten Cateringkonzept um die Eisbahn.

In der Entscheidung stand das Gremium unter Termindruck: Bis zum 16. September müsse der Betreiber Bescheid wissen, ob es in Wolfratshausen heuer eine Eisfläche gebe oder nicht, sagte Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW). Wenn ja, müsse allen klar sein, dass aufgrund der Corona-Auflagen das vom Stadtrat eigentlich auf 50 000 Euro gedeckelte Defizit höher ausfalle als sonst.

Die Stadträte waren in der Frage gespalten: Die SPD-Fraktion sprach sich laut Sprecher Fritz Meixner "schweren Herzens" dafür aus, die "Eiszeit" dieses Jahr abzusagen. Als Gründe nannte er neben der Risikovermeidung den höheren Aufwand bei höherem Defizit und schlechterer Klimabilanz. Jennifer Layton (Grüne) plädierte für die "Eiszeit": Gerade für die ohnehin schon stark beeinträchtigten Kinder und Jugendlichen sei sie "ein Highlight, wo sie sich mal amüsieren können". Ähnlich sah das Manfred Fleischer (Wolfratshauser Liste). "Man sollte alles probieren, um dieses Angebot aufrecht zu erhalten", sagte er. Wegen Corona würden viele Veranstaltungen ausfallen. Die "Eiszeit" sei vielleicht das einzige Programm, das stattfinden könne. Auch Heilinglechner plädierte für einen Versuch. Das Infektionsrisiko sei an der frischen Luft vergleichsweise gering, die Teilnehmerzahl auf der Eisfläche leicht zu regulieren, sagte er. Eine Eisdisco, die in den vergangenen Jahren bis zu 400 Teilnehmer hatte, werde diesmal aber selbstverständlich nicht möglich sein.

Am Ende stimmte der Ausschuss mit sechs zu vier Stimmen für eine Eislauffläche in diesem Winter, die es auch in Penzberg und Starnberg geben soll. Die Stadträte von SPD und CSU sprachen sich gegen die "Eiszeit" aus.

© SZ vom 12.09.2020 / aip/aip

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