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Freizeit in Bad Tölz-Wolfratshausen:Den Ansturm lenken

Freie Wähler stellen Antrag zu Überlastung an Seen

Von Claudia Koestler, Bad Tölz-Wolfratshausen

Ob Baden, Surfen, Segeln, Fischerei oder Schifffahrt: Der Erholungsdruck auf Bayerns Gewässer hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen - und wird voraussichtlich weiter steigen. Die Folgen der intensiven Freizeitnutzung sind weitreichend, im Landkreis sind davon insbesondere Kochelsee und Walchensee betroffen. Die Landtagsfraktion der Freien Wähler fordert deshalb per Dringlichkeitsantrag, dass ein Konzept entwickelt wird, wie künftig die Freizeitnutzung an den großen staatlichen Gewässern gelenkt werden kann. Dies teilt der Fraktionsvorsitzende Florian Streibl in einer Pressemeldung mit.

"Die natürlichen Lebensräume zahlreicher Tier- und Pflanzenarten werden beeinträchtigt, Gemeinden werden von Touristenmassen regelrecht überrannt", sagt Streibl. Wer etwa zum Kochel- oder Walchensee gelangen wolle, der treffe auf Staus schon weit vor Kochel, auf einen überlasteten Kesselberg, auf vogelwildes Parken am Südufer und in Wohngebieten. In Grainau am Eibsee, der in privater Hand ist, herrsche das gleiche Bild: Rettungswege würden an der Zufahrtsstraße zugeparkt, sodass die Retter ernsthafte Probleme haben, an den Einsatzort zu gelangen. "An unseren Seen, auf unseren Bergen und Tälern herrscht bei schönem Wetter eine regelrechte Invasion von Naherholungssuchenden und Touristen", so Streibl. Doch die Verkehrsinfrastruktur dürfe deshalb nicht zum Erliegen kommen. Ein Konzept sei nötig, um die zunehmende Freizeitnutzung an den Seen besser steuern. "Wir müssen neben Schutzzonen auch legale Nutzzonen definieren. Nur so kommen wir zu einer gesellschaftlich akzeptierten Lenkung", erklärt Streibl. Wichtig sei, dass ein fairer Interessensausgleich zwischen Freizeitsportlern, Erholungssuchenden und Anwohnern geschaffen und sicherheitstechnische Standards festgelegt werden.

Neben dem verfassungsrechtlich verbrieften Recht auf Naturgenuss und Erholung müsse auch dem Natur- und Umweltschutz angemessen Rechnung getragen werden. "Nur so können wir Bayerns wunderschöne Naturlandschaften für die nächsten Generationen bewahren", schließt Streibl.

© SZ vom 19.06.2020

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