Freizeit in Bad Tölz:Kletterspaß in der Pandemie

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Freizeit in Bad Tölz: Auspowern in Corona-Zeiten: In der vor knapp zwei Jahren eröffneten Boulderhalle auf der Tölzer Flinthöhe können täglich bis zu 40 Kletterbegeisterte trainieren. Das Angebot ist niedrigschwellig, besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Auspowern in Corona-Zeiten: In der vor knapp zwei Jahren eröffneten Boulderhalle auf der Tölzer Flinthöhe können täglich bis zu 40 Kletterbegeisterte trainieren. Das Angebot ist niedrigschwellig, besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Die 2020 eröffnete Boulderhalle auf der Tölzer Flinthöhe wird trotz der coronabedingten Einschränkungen inzwischen sehr gut angenommen. Täglich üben 100 Besucher in dem Neubau und im benachbarten Kletterzentrum.

Von Petra Schneider

Die Eröffnung der neuen Boulderhalle auf der Tölzer Flinthöhe stand unter schwierigen Vorzeichen: Corona bremste den Start wochenlang aus, erst Anfang Juni 2020 konnte das Areal, das über eine Brücke mit der DAV-Kletterhalle verbunden ist, schließlich in Betrieb genommen werden. Auch die Kosten für den 2018 beschlossenen Bau waren im Gefolge des überhitzten Bausektors gestiegen: Zu den geplanten 1,2 Millionen Euro musste die Stadt Bad Tölz noch einmal 300 000 Euro drauflegen. So holprig der Start auch war - die Boulderhalle läuft nun rund, wie Geschäftsleiter Peter Zeidelhack erklärt. "Sie wird sehr gut angenommen."

Wegen Corona sind die Kapazitäten freilich beschränkt, und es gelten die üblichen Vorgaben. "Aber wir sind froh, dass wir überhaupt auf haben dürfen", meint der Geschäftsleiter. Gerade in Corona-Zeiten sei Bouldern eine gute Möglichkeit, sich auszupowern. Auch Leute, die ansonsten nicht in eine Kletterhalle gehen würden, probierten den Sport aus.

Denn die Einstiegshürden beim Bouldern seien niedrig und Vorkenntnisse nicht nötig. Geklettert wird in geringer Höhe und ohne Sicherung. Körperbeherrschung, Kraft und Koordination sind nötig, um den bunten Brocken, den "boulders", auf Routen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade zu folgen. Auf einer Höhe von bis zu 4,50 Metern und einer Neigung zwischen 20 und 50 Grad kann man sich an 115 Bouldern in der neuen Tölzer Halle ausleben. Ohne Vorkenntnisse oder besondere Ausrüstung. Denn eine Fallschutzmatte federt Stürze weich ab, und im Prinzip reichten saubere Hallenturnschuhe, erklärt Zeidelhack.

Auch einen 150 Quadratmeter großen Kinderbereich mit Seilbrücke, Kriechtunnel und Rutschen gibt es, "wo die Kleinen spielerisch ins Klettern eingeführt werden", wie Zeidelhack sagt. Er freut sich, dass täglich im Schnitt "deutlich über 100 Leute" im Kletter- und Boulderzentrum trainieren. Kinder ab drei Jahren, bis hin zu Rentnern jenseits der 60. Fallen sei "integraler Bestandteil beim Bouldern", erklärt er. Die Zielgruppe sei deshalb "eher jünger als beim Klettern".

Wer die 2004 eröffnete Kletterhalle nutzen will, muss vorher einen Kurs belegen, weil Stürze aus diesen Höhen gefährlich werden können. Dennoch verzichtet man auch in der Kletterhalle auf einen "Bademeister, der aufpasst", erklärt Zeidelhack. Eigenverantwortlichkeit der Klettersportler sei gefragt. Und das funktioniere gut. "Die Zahl der Unfälle ist sehr überschaubar." Die Folgen der Corona-Vorgaben ließen sich in der Kletterhalle allerdings schon feststellen. "Es ist ein bisserl weniger geworden", sagt Zeidelhack. Das liege vor allem daran, dass die Kapazitäten beschränkt werden müssen, aktuell auf 25 Prozent. Es gilt 2-G-Plus respektive Booster, FFP-Masken dürfen nur an den Kletterwänden abgenommen werden. Um die erforderlichen Abstände einhalten zu können, ist in der Kletterhalle jede zweite Linie gesperrt.

Nach derzeitigem Stand können so gleichzeitig 66 Leute klettern, in der Boulderhalle 40. Um Schlangen am Eingang zu vermeiden, wird auf der Webseite über die Auslastung in Echtzeit informiert. Zu Beginn der Pandemie sei heftig diskutiert worden, ob man sich beim Anfassen der Klettergriffe mit dem Virus infizieren könne, erzählt der Geschäftsleiter. Studien hätten allerdings Entwarnung gegeben. Denn das Magnesia, mit dem sich die Klettersportler die schweißfeuchten Hände trocknen, zerstöre die Oberflächenstruktur des Virus.

Betrieben wird das Kletter- und Boulderzentrum auf der Flinthöhe von einem Trägerverein, der sich aus einem Zusammenschluss der DAV-Sektionen Lenggries, Bad Tölz, Waakirchen, Tegernsee, Miesbach, Otterfing und Wolfratshausen gegründet hat. Die Stadt Bad Tölz verpachtet das Gebäude an den Trägerverein, der mit rund 390 000 Euro die Innenausstattung der 500 Quadratmeter großen Boulderhalle finanziert hat. Der Standort Bad Tölz gehört mit den Hallen in Thalkirchen, Gilching und Freimann zum Verbund "Kletter- und Boulderzentren Oberbayern Süd".

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