Foto-Schau im FreilichtmuseumMarktfrauen von einst

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Ein Stück Alltagsgeschichte aus der unmittelbaren Nachkriegszeit zeigen die Schwarz-Weiß-Aufnahmen von Blumenfrauen auf dem Münchner Viktualienmarkt von Hildegard Knaup. Die Arbeiten der 1924 geborenen und vor vier Jahren gestorbenen Fotografin, die aus Westfalen stammte, zeigt das Freilichtmuseum Glentleiten jetzt in einer Sonderausstellung. Mehrere Frauen stehen in den Bildserien von Kaup im Fokus. So begleitete sie eine alte Dame von morgens bis abends - beim Verlassen des Hauses über den Weg zum Bahnhof, der Fahrt an den Stadtrand, dem Sammeln von Wildblumen, der Brotzeit dazwischen, dem Heimweg und schließlich beim Verkauf auf dem Viktualienmarkt. Dabei entstanden nicht nur eindringliche Aufnahmen einzelner Personen, sondern auch ein Porträt des Alltagslebens in einer zum Großteil zerstörten Stadt. Im Hintergrund sind zuweilen etwa Menschenschlangen zu sehen, die an einer Freibank für Fleisch anstehen. "Es war das Kleine und Unauffällige, das sie interessierte, nicht das Laute und Spektakuläre", erzählt die Künstlerin Gabriele Wilpers, zunächst Auszubildende bei Hildegard Kaup, später eine enge Freundin von ihr. Die Fotografien sind zu den derzeitigen Öffnungszeiten der Glentleiten, täglich von 10 bis 17 Uhr, bis zum 6. Juni 2021 zu sehen. Zur Ausstellung ist ein Buch erschienen, das im Museumsladen für 28 Euro zu bekommen ist.

© SZ vom 13.07.2020 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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