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Foto-Dokumentation:Verschlungene Wege

Dieses Chartres-Labyrinth hat Gernot Candolini in Torrance (Kalifornien) fotografiert.

(Foto: Privat/oh)

ZUK-Ausstellung zum Labyrinth von Chartres

Das Labyrinth von Chartres fasziniert Menschen seit 800 Jahren. Um das Jahr 1200 wurde es im Boden der Kathedrale von Chartres in Frankreich angelegt. Bereits im 13. Jahrhundert begannen Menschen, dieses Labyrinth zu kopieren und an anderen Orten wieder aufzubauen. Eine Auswahl der schönsten Chartres-Labyrinthe zeigt eine Foto-Ausstellung von Gernot Candolini, die von Samstag, 1. August, bis Mitte September im Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK) in Benediktbeuern zu sehen ist.

"Das Labyrinth ist eine der ältesten symbolischen Figuren der Menschheit", heißt es in der Einladung. "Seit Jahrtausenden wurde es in Stein oder Ton gekratzt, auf Töpferwaren gemalt, mit Steinen auf dem Boden ausgelegt oder in Handschriften gezeichnet." Labyrinthe finde man auf alten griechischen Münzen, auf etruskischen Vasen, in verschiedenen Bibeln, auf indonesischen Goldringen, aber auch auf Steinen und Schmuck der Indianer Nordamerikas. Ein Höhepunkt in der Geschichte sei die Nutzung des Labyrinths in gotischen Kirchen. "Als Pilgerweg war es für den täglichen Gebrauch angelegt, aber auch als liturgischer Weg zum Osterfest." Das berühmteste und am meisten kopierte Labyrinth der Welt sei jenes von Chartres.

Gernot Candolini lebt mit seiner Familie in Innsbruck. Er ist Designer und Gestalter von Labyrinthen und hat mehrere Bücher zu diesem Thema verfasst, die in verschiedene Sprachen übersetzt wurden. Damit habe er einen wesentlichen Beitrag dazu geleistet, "dem Symbol Labyrinth in Europa zu einer neuen Renaissance zu verhelfen". Wer die Ausstellung besucht, sollte auch einen Abstecher in den Garten machen. Das ZUK hat dort ebenfalls ein Labyrinth angelegt, das dem großen Vorbild von Chartres nachempfunden ist.

"Das Chartres-Labyrinth in der Welt", Samstag, 1. August, bis Sonntag, 13. September, im Flur der ZUK-Erwachsenenbildung, 1. Stock des Mittelrisalits im Maierhof, Kloster Benediktbeuern, täglich von 9 bis 17 Uhr, Eintritt frei

© SZ vom 27.07.2020 / SZ

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