Förderpreis für junge Talente Es begann in Bibione

Marc Kaufmann, der sich schon als Geretsrieder Musikschüler einen Namen gemacht hat, studiert jetzt Violine.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Marc Kaufmann entdeckte seine Liebe zur Musik durch einen Walzer

Von Susanne Hauck, Geretsried

"Das ist für mich eine Riesenehre", freut sich Marc Kaufmann über den Kunstförderpreis des Landkreises. "Schließlich gibt es so viele junge Musiker, die sich ins Zeug legen." Der 21-jährige Geretsrieder ist sympathisch bescheiden, dabei gilt er als Ausnahmetalent an der Geige. Was umso bemerkenswerter ist, als er aus keiner musikalischen Familie stammt. Seine Eltern seien sogar recht skeptisch gewesen, als er ihnen in der ersten Klasse erklärte, er wolle jetzt Violine lernen, erzählt er. Wie Marc zu der Instrumentenwahl kam, ist eine Geschichte für sich.

Als Vierjähriger verbrachte er einen Urlaub in Bibione, wo in der Fußgängerzone ein Alleinunterhalter mit seinem Keyboard immer wieder eine besondere Melodie spielte. "Ich fand sie so schön, aber wusste nicht, wie sie hieß." Zu Hause sagte ihm der Opa, das sei "An der schönen blauen Donau" gewesen und schenkte ihm gleich die passende CD mit den bekanntesten Strauß-Walzern, lauter Paradestücken für den Wohlklang der Geige: "Die habe ich pausenlos angehört." An der Musikschule Geretsried vermittelte ihm Lehrerin Daniela Wabnitz die Freude an dem schwierigen Instrument, bei dem es ohne ganz viel Üben nicht geht. Eine große Motivation seien für ihn die älteren Schüler gewesen, die "unglaublich toll" gespielt hätten.

Seine große Begabung zeigte er bald schon im Jugendsymphonieorchester am Gymnasium Geretsried, es folgte mit der Aufnahme ins "vbw-Festivalorchester" der Ritterschlag, denn das Jugendensemble der bayerischen Wirtschaft nimmt nur die besten Jungmusiker und bietet Gelegenheit, mit Stars wie David Garrett und Julia Fischer zu spielen. Überhaupt ist es das Musizieren in Gemeinschaft, was ihn besonders beflügelt, Wettbewerben wie "Jugend musiziert" sei er "immer eher abgeneigt" gewesen.

Dass Musik für ihn mehr ist als ein Hobby, merkte er als Teenager. "Sie hat mir eine völlig neue Welt eröffnet und mich nicht mehr losgelassen." So war es für ihn nach dem Abitur 2015 der naheliegende Schritt, sich an der Hochschule für Musik zu bewerben, wo er in einem harten Auswahlverfahren einen der begehrten Studienplätze errang. Jetzt ist er im siebten Semester. Nach dem Bachelor könnte er Geige unterrichten, aber er möchte den Master draufsatteln und vielleicht doch Orchestermusiker werden.

Froh ist der Student, dass er seit kurzem eine Wohnung in München hat, so kann er die viele Zeit, die fürs nervige Pendeln in der S-Bahn draufging, lieber ins Üben investieren. Und das sind täglich einige Stunden. Trotzdem ist er noch oft bei den Eltern in Geretsried. Auch ist er der Improvisationsgruppe der Musikschule treu geblieben, so dass man Marc Kaufmann regelmäßig bei Auftritten in der Region erleben kann.