Was wäre, wenn der Mensch nicht die Krone der Schöpfung wäre? Wenn er mit der Natur per Gesetz auf Augenhöhe stünde, beide juristische Personen und vor Gericht einander ebenbürtig. Etwa 700 Initiativen weltweit setzen sich dafür ein, dass Flüsse, Berge oder Tiere, also Flora und Fauna in Gänze, diesen Rechtsstatus erhalten – weg vom Objekt, hin zum Subjekt. Dahinter steht die Vision von einem konsequenteren Umweltschutz. Auch im bayerischen Oberland gibt es Bestrebungen, der Natur mehr Gehör zu verschaffen. So sollen etwa Loisach und Isar ihre eigenen Rechte erhalten. Dazu bräuchte es aber ein Umdenken im deutschen Rechtssystem. Ein steiniger Weg.
SZ-Serie: Wasser bewegtDer Fluss als Person
Lesezeit: 5 Min.

Die Loisach fließt durch den Kochelsee, um sich anschließend durch die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen und Weilheim-Schongau bis zur Isar zu schlängeln.
Manfred NeubauerDie Natur soll künftig vor Gericht dem Menschen ebenbürtig sein. Dafür kämpfen weltweit Initiativen. Das „Loisachbündnis“ nimmt sich den Fluss Whanganui in Neuseeland als Vorbild und plant eine Allianz mit den dortigen Maori.
Von Alexandra Vecchiato, Benediktbeuern/Uffing
