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Flüchtlinge:Fundamente für Asyl-Container sind gelegt

Am Robert-Schumann-Weg entsteht von Montag an ein Quartier für 75 Flüchtlinge. In Geretsried treffen sich die ehrenamtlichen Helfer - 20 neue haben sich gemeldet.

So wie hier in Grafing wird es auch bald in den Containern für Flüchtlinge in Geretsried aussehen. Die Flüchtlinge hielten ihre Unterkünfte absolut gepflegt und ordentlich, sagt Landratsamtssprecher Herbert Kommnick.

(Foto: Christian Endt, Fotografie & Lic)

Kommenden Montag um halb acht Uhr morgens geht es los: Am Robert-Schumann-Weg in Geretsried werden die Container für Asylbewerber aufgebaut. Herbert Kommnick, Hauptamtsleiter im Landratsamt Bad Tölz, nennt diese erste Gemeinschaftsunterkunft im Landkreis "eine logistische Herausforderung". In diesen Tagen, da die Fundamente für die sogenannten Module gelegt wurden, hätten die Arbeiter mit dem gefrorenen Boden zu kämpfen gehabt. Er sei aber davon überzeugt, dass alles gut laufen werde.

Die Container bieten Platz für 75 Flüchtlinge. Allerdings werden die ersten wohl nicht vor Dreikönige einziehen können. Jeweils eine Woche dauert allein die Anlieferung der Module für Erd- und Obergeschoss. Wenn das abgeschlossen sei, könne man schon heizen und der Strom sei verlegt, dann komme der Dachstuhl drauf, erklärt Kommnick. "Wenn alles gut geht, sind wir bis Ende des Jahres fertig."

Thomas Bigl, Sachgebietsleiter im Sozialamt, hofft, dass nicht alle 75 Plätze in der Gemeinschaftsunterkunft auf einmal belegt werden. Die Regierung von Oberbayern weist den Landkreisen die Asylbewerber zu, insofern hat er das nicht in der Hand. Nach und nach sei mit Sicherheit alles besser zu bewältigen, meint Bigl. Wie viel sowohl an menschlicher Zuwendung als auch an Bürokratie gerade in der Ankunftszeit der Flüchtlinge zu leisten ist, wissen die ehrenamtlichen Betreuer nur zu gut. Martina Schmid, die den Kreis in Geretsried lange Zeit leitete, sagte vor Kurzem: "Alle ersaufen in Arbeit."

Diese Situation wird mit der Gemeinschaftsunterkunft noch schwieriger werden. Das Landratsamt ist daher bemüht, den Ehrenamtlichen zur Seite zu stehen. Deswegen wurden zusätzliche Stellen im Amt ausgeschrieben. Und ein Mitarbeiter nimmt an einem Vorbereitungstreffen der Helfer kommenden Dienstag teil. Bürgermeisterin Cornelia Irmer sei mit einer Einladung für potenzielle Betreuer auf gute Resonanz gestoßen, berichtet Martina Schmid; etwa 20 hätten sich zur Unterstützung bereit erklärt. Die Stadt habe angeboten, ein Internetforum zur Abstimmung verschiedener Hilfen einzurichten.

Von der Unterbringung in den Containern sollte man nach Ansicht von Herbert Kommnick kein düsteres Bild zeichnen. Da herrsche ein völlig falscher Eindruck vor, sagt er. Kommnick hat sich ein Containerdorf in Fürstenfeldbruck angesehen, das bereits seit drei Jahren steht. Dort sei alles absolut gepflegt und ordentlich, betont er. Auch die Module, die er für Bad Tölz-Wolfratshausen gerade in Hall in Tirol erworben hat, seien - obwohl sie vier Jahre alt sind - in einem "Top-Zustand".

Die Unterkünfte umfassen Einzelzimmer mit je 12 Quadratmetern und doppelt so große Räume für Familien mit zwei Kindern. Die Module ließen sich aber je nach Bedarf verändern, sagt Kommnick. Die Zimmer sind mit Betten, Schränken, Tischen und Stühlen ausgestattet, sie haben Telefon- und Fernsehanschlüsse. Küchen und Badezimmer sind Gemeinschaftsräume, so können in den beiden Küchen im Erd- und Obergeschoss jeweils zehn bis zwölf Personen gleichzeitig kochen.

Die Schätzung, wie viele Flüchtlinge im Jahr 2014 in Bad Tölz-Wolfratshausen leben werden, liegt derzeit bei 500. Das Landratsamt will dazu sechs neue Mitarbeiter engagieren. Der Stellenplan wird am 11. Dezember im Kreisausschuss des Kreistags beraten.