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Florian Streibl:Höfebonus ausweiten

Freie Wähler

Die Fragen

1. Wie kann im Landkreis die Balance zwischen dem immer stärker werdenden Siedlungsdruck im Großraum München und dem ländlichen Charakter des Oberlands gewahrt werden?

2. Sollen die Geburtsabteilungen im Landkreis weiter zentralisiert werden, auf dem aktuellen Stand gehalten oder wieder dezentralisiert werden und wenn ja, wo und wie?

3. Die S-Bahn bis Geretsried soll frühestens 2028 fahren. Welche anderen Verkehrskonzepte wären zwischen Icking und Lenggries nötig?

4. Muss/soll/kann die Digitalisierung weiter vorangetrieben werden, was ist das Ziel?

5. Wie kann die Landwirtschaft naturverträglicher und tiergerechter werden?

6. Was sind die größten Probleme im Landkreis aus Ihrer Sicht (die größten Herausforderungen), und wie sollen sie behoben werden?

1) und 6) Der Siedlungsdruck auf die Landkreise des Oberlandes wird in den nächsten Jahren stark zunehmen und stellt die größte Herausforderung für uns dar. Dem steigenden Bedarf an bezahlbaren Wohnungen muss mit speziellen staatlich geförderten kommunalen Wohnungsbauprogrammen begegnet werden. Hier ist zum Beispiel an Genossenschaftsmodelle und Erbpachtverhältnisse zu denken. Hierbei darf es aber kein Wachstum um jeden Preis geben. Wachstum nur da, wo zum Beispiel Innenräume verdichtet und bauliche Nutzungen sinnvoll verändert werden können. Straße, Schiene und ÖPNV müssen in landkreisübergreifenden Kooperationen den Verhältnissen angepasst werden.

Landagswahl 2018

Florian Streibl sitzt seit zehn Jahren im Landtag.

(Foto: Hartmut Pöstges)

2) Geburtsabteilungen müssen schnell erreichbar sein. Der Berufsstand der Hebammen muss gestärkt werden, zum Beispiel durch einen Haftungsfreistellungsfond.

3) Bis die S 7 endlich fährt, sind die Busverbindungen auszubauen und deren Takt ist zu verdichten. Es muss ein günstiges Ticket für das Oberland und München geben.

4) Mit 100 Prozent Glasfaser an jedes Haus und jeden Betrieb ist der Lebens-und Wirtschaftsraum Oberland zu sichern.

5) Der "Höfebonus" für Streusiedlungen ist auszuweiten. Unsere Landwirte sind diejenigen, die unseren Kulturraum Oberland durch ihre Arbeit zu der Heimat gemacht haben, die in der Welt hoch geschätzt ist. Die bäuerlichen Kleinbetriebe sind zu unterstützen und in der nachhaltigen Betriebsführung zu fördern. Allerdings darf der Verbraucher seine Möglichkeiten nicht unterschätzen, wenn er bewusst regionale und saisonale Produkte kauft.

© SZ vom 28.09.2018

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