Der Haushalt der Stadt Bad Tölz hat sich im Jahr 2024 besser entwickelt, als ursprünglich erwartet. Trotz gestiegener Personalkosten und inflationsbedingter Preissteigerungen konnte die Stadt ihre finanzielle Situation durch Mehreinnahmen stabilisieren. Das erklärte Kämmerin Silke Furmanek am Dienstag den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses. „Die Schwierigkeiten, die andere Kommunen bereits 2024 beim Ausgleich ihres Haushaltes hatten, sind noch nicht in Bad Tölz angekommen“, fasste sie zusammen. Und merkte zudem an, „dass die kommunalen Haushalte oft keine Einnahmeprobleme, sondern ein Ausgabenproblem haben“.
Die Gewerbesteuereinnahmen lagen 2024 mit 12,96 Millionen Euro im Bereich des Vorjahres, erreichten jedoch nicht den Spitzenwert von 2022. Für die kommenden Jahre wird mit einem ähnlichen Niveau gerechnet. Erfreulich entwickelte sich der Einkommensteueranteil, der 2024 um rund 870 000 Euro anstieg. Für 2025 wird ein weiterer Zuwachs von knapp 700 000 Euro erwartet. Die Schlüsselzuweisung für 2025 fällt mit einer Steigerung von 920 000 Euro deutlich höher aus als prognostiziert. Dies ist unter anderem auf die Anhebung der Verbundquote im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs zurückzuführen sowie auf eine gestiegene Einwohnerzahl.
Kreisumlage und Finanzplanung
Trotz eines Hebesatzes von 53,2 Prozentpunkten sinkt der absolute Betrag der Kreisumlage, die Bad Tölz an den Landkreis abgeben muss, im Jahr 2025 im Vergleich zu 2024 um 100 000 Euro. Dies ist auf die gesunkene Umlagekraft der Stadt zurückzuführen. Mit 14,3 Millionen Euro bleibt es dennoch der größte Ausgabenpunkt. Für die kommenden Jahre wird mit weiteren Darlehensaufnahmen gerechnet, insbesondere für Maßnahmen am Kurhaus und den Bau einer weiteren Kindertagesstätte. Die Kämmerei sieht dies als vertretbar an, zumal in den nächsten drei Jahren die Laufzeit von insgesamt zehn Darlehen endet, was die Tilgungsleistung deutlich reduzieren wird.
Investitionen und Rücklagen
Das Investitionsvolumen für 2025 fällt im Vergleich zu früheren Jahren geringer aus, da einige größere Projekte erst Ende 2024 oder Anfang 2025 abgeschlossen werden. Dennoch stehen noch Haushaltsausgabereste von rund 7,2 Millionen Euro zur Verfügung. Die Haushaltsführung der vergangenen Jahre mit dem Aufbau höherer Rücklagen und geringer Verschuldung ermöglicht es der Stadt, auch in herausfordernden Zeiten notwendige Investitionen zu tätigen. Die allgemeine Rücklage betrug bis Ende 2024 rund 6,1 Millionen Euro. Insgesamt will Bad Tölz rund 9,4 Millionen Euro investieren. Teuerstes Projekt mit 840 00 Euro ist die Erweiterung und Neugestaltung des Kurhauses, gefolgt von einer halben Million Euro für die Planung einer weiteren Kindertagesstätte. 335 000 Euro sind für den Erwerb von Fahrzeugen für den Bauhof vorgesehen, jeweils 200 000 Euro für die Sanierung des Schl0ßpark-Parkplatzes und der Verbesserung des Parkleitsystems, indem auf eine neue Zähltechnik umgerüstet wird. Drei Millionen Euro will Bad Tölz dann in diesem Jahr auf die hohe Kante legen.
Nachfragen und Änderungswünsche gab es vor allem bei den Ausgabeposten im Verwaltungshaushalt. Weil durch das Dach der Kletterhalle an der Flinthöhe Wasser eintritt, muss saniert werden - was mit 415 000 Euro angesetzt wurde. „Das kommt mir sehr hoch vor“, hakte Peter von der Wippel (FW) nach. „Es ist ein sehr großes Dach“, entgegnete Bürgermeister Ingo Mehner (CSU). Länglich diskutiert wurden daraufhin die Kosten für eine Baumkontrolle und -sicherung. Richard Hoch (Grüne) wollte eine Erhöhung von 80 000 Euro auf 100 000 Euro sehen - und gewann bei der Abstimmung eine Mehrheit.
Obwohl sich die Haushaltslage der Stadt Bad Tölz für 2025 zufriedenstellend darstellt, warnt die Kämmerei vor möglichen Herausforderungen in den Folgejahren. Sollten die Einnahmesteigerungen nicht mehr mit den Ausgabensteigerungen Schritt halten können, könnte sich die Haushaltssituation ändern. Insgesamt zeigt sich die Stadt Bad Tölz gegenwärtig jedoch finanziell gut aufgestellt, um die kommenden Herausforderungen zu meistern.
Die endgültige Beschlussfassung obliegt nun noch dem Tölzer Stadtrat.
