Es waren harsche Worte, die Stefan Eckardt wählte. Der Wolfratshauser Medienunternehmer hat im "Merkurdrome" kürzlich ein Non-Profit-Festival organisiert, um der Corona-gebeutelten Künstlerszene ein bisschen auf die Beine zu helfen. Um im Herbst eine solche Veranstaltung wiederholen zu können, hatte Eckardt die Stadt Wolfratshausen im Nachgang um einen Zuschuss von 4000 Euro gebeten. Auf diese Bitte hat er allerdings nicht einmal eine Antwort bekommen. "Eine Ohrfeige für alle Künstler" sei das, sagte Eckardt verbittert in einem Gespräch mit der SZ. Und auch sonst sei die Stadt wenig hilfreich gewesen. So habe sie ihm zum Beispiel die Bitte ausgeschlagen, die Veranstaltung auf ihren sozialen Kanälen zu bewerben.
Die Stadt wehrt sich nun gegen die Anschuldigungen. Man sei sich im Klaren, dass es für die Kreativwirtschaft eine sehr schwere Zeit sei, so Stadtmanager Stefan Werner in einer Stellungnahme. Die Stadt müsse aber auch dafür Sorge tragen, dass aus Wolfratshausen kein Corona-Hotspot werde. Man habe sich deshalb dazu entschieden, bis mindestens 31. August keine eigenen Veranstaltungen durchzuführen. Und logischerweise bewerbe man daher auch keine Fremdveranstaltungen.
Natürlich stehe es jedem gemeinnützigen Kulturschaffenden trotzdem weiter offen, einen Förderantrag zu stellen. Normalerweise müsse dieser aber immer bis Ende August des Vorjahres eingehen. In Ausnahmefällen könne man Anträge auch unter dem Jahr stellen. Dabei müssten auch immer das Konzept und die Kostenkalkulation mit eingereicht werden. Im Fall von Stefan Eckardt sei allerdings auch bis jetzt noch kein qualifizierter Förderantrag eingegangen, sagt Werner. Wenn er für eine Herbst-Veranstaltung einen Zuschuss brauche, so der Stadtmanager, müsse Eckardt eben bis zum 31. August die entsprechenden Unterlagen einreichen.