Die Nachricht kommt überraschend: Während der Iran-Krieg die Energiepreise in die Höhe treibt, kündigen die Tölzer Stadtwerke an, ihre Preise für Fernwärme deutlich zu senken. Um 20 Prozent soll der Arbeitspreis für den Tarif „Tölzwärme“ vom kommenden Jahr an reduziert werden. Möglich werde dies durch die Inbetriebnahme der innovativen Wärmeenergiezentrale und den steigenden Anteil an regenerativen Energien, erklärt Pressesprecherin Martina Geisberger.
Die geplante Preissenkung basiere auf der „effizienten und überwiegend regenerativen Wärmeerzeugung“ in der neuen Energiezentrale hinter dem Tölzer Feuerwehrhaus, so Geisberger. Entscheidend seien die vergleichsweise günstigen Kosten der eingesetzten Energiequellen. Ein großer Anteil der Fernwärme wird in Tölz mit Wärmepumpen aus Umweltwärme erzeugt, die mit Strom aus den PV-Anlagen der Stadtwerke betrieben werden. Dank der Power-to-Heat-Technologie kann Strom auch als Wärme gespeichert und nach Bedarf an das Leitungsnetz abgegeben werden. Der zweite große Anteil stammt aus regionalem Waldrestholz, das zu Hackschnitzeln verarbeitet wird.
Die weitgehende Unabhängigkeit vom fossilen Energiemarkt wird sich laut Geisberger „künftig bei allen Fernwärmekunden positiv im Geldbeutel bemerkbar machen“. Aktuell kosten 1000 Kilowattstunden 131,91 Euro. Eine vierköpfige Familie in Deutschland verbraucht im Durchschnitt etwa 4000 bis 5500 Kilowattstunden im Jahr. Von Januar 2027 an soll der Preis um etwa 20 Prozent sinken. Der endgültige Tarif werde im Herbst festgelegt.
Stadtwerke wollen wegen der aktuellen Entwicklungen am Energiemarkt „frühzeitig Transparenz schaffen“.
Dass die Kostensenkung schon jetzt bekanntgegeben wird, habe einen einfachen Grund. Angesichts der aktuellen Entwicklungen am Energiemarkt „möchten wir frühzeitig Transparenz schaffen“, so die Pressesprecherin. „Für alle, die über eine neue Heizung nachdenken, soll dies eine bessere Entscheidungsgrundlage bieten.“ Der Anschluss an das Fernwärmenetz lohne sich jetzt „mehr denn je, denn die Kosten für die Hausübergabestation sinken ebenfalls aufgrund günstigerer Bezugspreise“. Zudem könnten sich Haushalte in aktuellen Ausbaugebieten weiterhin den „Offenen-Graben-Rabatt“ sichern. Einen Überblick dazu bietet der Ausbauplan auf der Webseite der Stadtwerke.
Die Kosten für einen Fernwärmeanschluss werden individuell berechnet. Für ein Einfamilienhaus liegen sie derzeit bei 25 000 bis 30 000 Euro. Dazu kommen noch die hausinternen Kosten.

