Fernsehen Prime Time für Wolfratshausen

Alte Folgen der TV-Krimi-Serie "Hubert und Staller" sind im Sommer zur besten Sendezeit zu sehen. Die dritte Staffel wird wieder zwischen Loisach und Starnberger See gedreht.

Von Benjamin Engel

Faxen machen für die Kamera, das sind sie ja ohnehin gewohnt - beim Pressetermin für "Hubert und Staller" hüpfen Paul Sedlmeir, Christian Tramitz, Helmfried von Lüttichau über Pferdeparcours-Hindernisse.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Heiß ist es beim Fototermin auf dem mit feinem Sand bedeckten Springplatz. Da kommen alle schnell ins Schwitzen. Die Lust zu scherzen haben die Darsteller der Serie "Hubert & Staller" auf dem Gelände der Reitanlage Hohenleiten trotzdem nicht verloren. "Die Aufnahmen in der prallen Sonne werden die besten", sagt Helmfried von Lüttichau alias Johannes Staller. Gemeinsam mit Christian Tramitz, der den Polizisten Franz Hubert gibt, und Paul Sedlmeier (Martin Riedl) springt er sogar noch über eines der Hindernisse.

In der Reitanlage laufen am Freitag die Dreharbeiten für die dritte Staffel von "Hubert & Staller". Doch von 30. Juli an wagen die Verantwortlichen ein Experiment. Sechs ausgewählte Folgen der zweiten Staffel sind von da an immer dienstags im Hauptabendprogramm der ARD um 20.15 Uhr zu sehen. Denn die Serie um zwei trottelige Dorfpolizisten gefällt den Zuschauern offenbar. Bei über sieben Prozent lagen die Einschaltquoten für die zweite Staffel. "Mehr als bei der ersten", wie Franka Bauer vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) sagt, der das Projekt federführend begleitet. Im Herbst wird noch ein 90-minütiger Film zu sehen sein.

Die Reitanlage liegt etwas abseits inmitten idyllischer Wälder und Wiesen rund vier Kilometer von Beuerberg entfernt. Hier dreht Regisseur Oliver Mielke zur Zeit die Folge "Totgeritten" zur dritten Staffel. Pferde sind über die Futterwiesen von Bauer Pauli galoppiert und haben tiefe Furchen hinterlassen. So beginnt die Folge. Die Polizisten Franz Hubert und Johannes Staller fahren zu einem Pferdegestüt. Sie wollen die Besitzerin bitten, künftig nicht mehr über die Felder zu reiten. Doch die scheinbar harmlose Arbeit entwickelt sich unvermittelt zu einem Mordfall. Das Drehbuch dazu hat Antje Bähr geschrieben. Wenn alles nach Plan verläuft, ist eine Folge laut Mielke in siebeneinhalb Tagen abgedreht.

Über die Reaktionen der einheimischen Bevölkerung auf die Dreharbeiten freut sich Tramitz, der seit 15 Jahren in Ammerland lebt. "Die reagieren einfach phantastisch." Noch nie habe sich jemand über mögliche Behinderungen durch die Dreharbeiten beschwert. Voll des Lobes ist der Schauspieler auch über den Wolfratshauser Bürgermeister Helmut Forster und seinen Amtskollegen aus Münsing, Michael Grasl. Sie unterstützten das Filmteam, wo sie nur könnten, selbst wenn sie einmal bei der Feuerwehr oder auf dem Friedhof drehen wollten. "Da haben wir praktisch einen Freifahrtschein." Die Serie, sagt Tramitz, solle so lange weiterlaufen, wie die Zuschauer sie sehen wollten.

Die dritte Staffel wird laut Mielke voraussichtlich von 6. November an im ARD-Vorabendprogramm zu sehen sein. "Wir bilden diesmal den gesamten Zoo ab", sagt er. Mielke ist nicht nur Regisseur und Produzent, sondern auch einer von vier, fünf Drehbuchautoren der Serie. Ein Kaiman komme vor. Pferde, eine Bienenzucht und exotische Tierhalter seien zu sehen. Man versuche, die Serie in die Region zu schreiben, sagt Mielke. Außerdem werde der Polizist Franz Hubert - der Schauspieler Christian Tramitz - in einer Spezialsendung neben einer Leiche aufwachen und nicht mehr wissen, was er die Nacht vorher getan habe. Nicht mehr dabei sein wird Monika Gruber, die in den ersten beiden Staffeln als Lokalreporterin Barbara Hansen auftrat.

Noch sind Mielke und sein Team mitten in den Dreharbeiten für die 16 Folgen der dritten Staffel. Sie haben damit bereits Anfang Mai begonnen. Dauern werden sie noch bis Ende November.