Entsorgung:Kehraus für den Bauhof

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Nach der Gaudi (wie hier in Penzberg) bleibt Müll auf der Straße liegen. Schätzungsweise mehrere Hundert Kilogramm kommen so pro Faschingsumzug zusammen. (Foto: Harry Wolfsbauer)

Nach dem Faschingstreiben bleiben in den Kommunen der Region Konfetti, Luftschlangen und Glasscherben liegen. Für das Aufräumen sind die gemeindlichen Betriebe gefragt. Mülltrennung ist praktisch nicht möglich.

Von Benjamin Engel, Bad Tölz-Wolfratshausen

Vom Kehraus nach Fasching können insbesondere die Mitarbeiter des Penzberger Bauhofs wortwörtlich sprechen. Sie folgen dem Zugende des Gaudiwurms in etwa 200 Meter Abstand, um schon einmal aufzuräumen. Mit dem Akku-Laubbläser und der Kehrmaschine entfernen sie die vom Spaß - was der Fasching hoffentlich für alle Beteiligten gewesen ist - übrig gebliebenen Konfettis, Luftschlangen und mehr. Mehrere Hundert Kilogramm Müll wird das Penzberger Bauhof-Team nach jedem Fasching aufgesammelt haben, schätzt Leiter Christian Eberl. Genauso bleiben die Mengen in den weiteren Hochburgen des Landkreises in Bichl und Benediktbeuern unter der Ein-Tonnen-Grenze. Der Königsdorfer Fasching ist heuer ausgefallen.

Doch was passiert mit dem Müll anschließend? Lässt sich davon womöglich etwas recyceln? "Das landet alles in der Restmülltonne", sagt der Penzberger Bauhof-Leiter Eberl. Aus den mit Konfetti und Scherben von kleinen Glasflaschen durchmischten Hinterlassenschaften ließen sich einzelne Bestandteile nicht trennen. Um die zwei Stunden bräuchte ein Mitarbeiter-Trio nach dem Ende des Gaudiwurms am Sonntag, bis die Strecke gereinigt sei. Mit Akku-Laubbläsern werde der Müll vom Gehweg auf die Straße gepustet, um alles mithilfe einer Kehrmaschine zu entfernen. Das sei keine große Sache. Problematisch sei nur gewesen, dass es am Sonntag geregnet habe. Insbesondere der feuchte Papiermüll bleibe so fester am Boden kleben, so Eberl.

Für das Faschingstreiben auf dem Penzberger Stadtplatz errichtet das Bauhof-Team mit zehn Leuten unter anderem Absperrungen, verlegt Stromleitungen sowie Wasseranschlüsse, baut einen mobilen Toilettenwagen auf und stellt extra Mülltonnen für die Veranstaltung bereit. Laut Eberl beginnen seine Mitarbeiter am Rosenmontag um fünf Uhr früh damit, am Stadtplatz aufzuräumen. "Gefühlt um 7.30 Uhr ist dann alles wieder sauber."

"Bei uns ist es ganz entspannt", heißt es aus Benediktbeuern

In Benediktbeuern rückt das Bauhof-Team erst am Aschermittwoch - einen Tag nach dem Umzug am Faschingsdienstag - aus, um sauber zu machen. "Bei uns ist es ganz entspannt", sagt Bauhof-Leiter Michael Bauer. "Die Leute sollen eine Gaudi haben." Mehr als ein paar Hundert Kilogramm fielen nicht an. In fünf Stunden seien die Hinterlassenschaften in der Regel aufgeräumt. Alles werde im Restmüll entsorgt.

Der Faschingsverein übernimmt im benachbarten Bichl die Hauptaufgabe, den Müll wieder aufzusammeln. So schildert es Bürgermeister Benedikt Pössenbacher. Der Bauhof unterstützte nur. Mehr als 300 bis 400 Kilogramm Müll dürften nicht zusammenkommen, schätzt er. Glasflaschen und Plastikbehälter würden separat eingesammelt. Damit sich das Konfetti nicht mit den restlichen Straßendreck vermische und so schwerer zu entfernen sei, würden die Straßen auf der Zugroute bereits vor der Faschingsveranstaltung gereinigt. Den Müll aufzuräumen sei insgesamt aber eine überschaubare Arbeit, so Pössenbacher.

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