Einweihung:Festakt mit "Arschbombe"

Einweihung: Vom Drei-Meter-Brett stürzt sich Penzbergs Bürgermeister Stefan Korpan bei der Einweihung des neuen Familienbads Piorama ins Wasser - im Anzug und mit Selfiestick.

Vom Drei-Meter-Brett stürzt sich Penzbergs Bürgermeister Stefan Korpan bei der Einweihung des neuen Familienbads Piorama ins Wasser - im Anzug und mit Selfiestick.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Während in anderen Kommunen Hallenbäder geschlossen werden, eröffnet Penzberg das Piorama. Zur Feier des Tages springt Bürgermeister Stefan Korpan im Anzug ins Wasser.

Von Alexandra Vecchiato, Penzberg

Es gehört in Penzberg zur Tradition: Als am 5. März 1976 das Wellenbad eingeweiht wurde, sprang der damalige Bürgermeister Kurt Wessner (SPD) im Anzug ins Wasser. Dem wollte Stefan Korpan (CSU) nicht nachstehen und machte es seinem Vorvorvorgänger am Wochenende gleich: Der amtierende Bürgermeister wagte sich auf das Drei-Meter-Brett und landete unter großem Beifall im Sportbecken des neuen Familienbades - auf Wunsch des Publikums mit einer "Arschbombe".

Einweihung: Anlauf und ...

Anlauf und ...

(Foto: Harry Wolfsbauer)
Einweihung: ... Sprung ...

... Sprung ...

(Foto: Harry Wolfsbauer)
Einweihung: Vom Drei-Meter-Brett stürzt sich Penzbergs Bürgermeister Stefan Korpan bei der Einweihung des neuen Familienbads Piorama ins Wasser - im Anzug und mit Selfiestick.

Vom Drei-Meter-Brett stürzt sich Penzbergs Bürgermeister Stefan Korpan bei der Einweihung des neuen Familienbads Piorama ins Wasser - im Anzug und mit Selfiestick.

(Foto: Harry Wolfsbauer)
Einweihung: Hat gar nicht wehgetan. Bürgermeister Stefan Korpan ist das Lachen nicht vergangen.

Hat gar nicht wehgetan. Bürgermeister Stefan Korpan ist das Lachen nicht vergangen.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Ein Bürgerentscheid, ein Architektenwechsel, die Corona-Krise und der Ukraine-Krieg und damit einhergehend Lieferschwierigkeiten und Bauverzögerungen - kurz sah es mal so aus, als ob das Piorama ein zweiter BER werden könnte. Doch die Klippen wurden umschifft - zumindest fast alle: Die Sauna kann erst im Frühjahr 2024 eröffnet werden; die Außenanlagen sollen bis zum Sommer nächsten Jahres fertig sein. Dennoch war die Begeisterung der Besucher beim Tag der offenen Tür im Familienbad Piorama groß. Fünf Wasserbecken mit mehr als 570 Quadratmetern Wasseroberfläche, ein Wellnessbereich, ein Kinderbecken, eine 110 Meter lange Wasserrutsche und vieles mehr versprechen Badespaß für Jung und Alt.

Piorama ist Mehrwert für die Region

Bei der Einweihungsfeier erinnerte Korpan - noch trocken - daran, dass bereits am 26. Oktober 2016 die Entscheidung gefallen war, ein neues Hallenbad in Penzberg zu bauen. Das 40 Jahre alte Wellenbad wurde abgerissen. "Was lange währt, wird endlich gut", sagte Korpan in seiner Ansprache. Das Piorama "wird uns guttun". Denn das neue Familienbad sei nicht nur eine Freizeitstätte angesichts der Tatsache, dass immer weniger Kinder schwimmen lernten. Eine Forsa-Umfrage der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft aus dem Jahr 2022 ergab, dass 20 Prozent der Kinder zwischen sechs und zehn Jahren nicht schwimmen können. Dies würde durch die vermehrten Schwimmbad-Schließungen verschärft, so Korpan weiter. "Mehr als die Hälfte aller öffentlichen Schwimmbäder in Bayern war im Jahr 2022 sanierungsbedürftig", sagte der Penzberger Bürgermeister. Das hatte eine Anfrage der Landtagsfraktion der Grünen an die Bayerischen Staatsregierung ergeben. 223 der 867 öffentlichen Hallenbäder seien "dringend sanierungsbedürftig". Die Kosten werden auf 1,78 Milliarden Euro geschätzt. Penzberg habe einen anderen Weg beschritten, betonte Korpan.

Einweihung: Vertreter der Penzberger Stadtratsfraktionen zerschneiden gemeinsam mit Bürgermeister Stefan Korpan, Stadtwerke-Chef André Behre und Architekt Sebastian Neuhaus das rote Band. Danach darf die Öffentlichkeit das neue Familienbad besichtigen.

Vertreter der Penzberger Stadtratsfraktionen zerschneiden gemeinsam mit Bürgermeister Stefan Korpan, Stadtwerke-Chef André Behre und Architekt Sebastian Neuhaus das rote Band. Danach darf die Öffentlichkeit das neue Familienbad besichtigen.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Nach aktuellem Stand haben die Stadtwerke als Betreiber 33 Millionen Euro investiert. Die Stadt wird dem Betrieb voraussichtlich etwa zwei Millionen Euro jährlich zuschießen müssen.

Nach der Schlüsselübergabe durch das Architekturbüro Krieger aus Koblenz an Korpan und Stadtwerke-Chef André Behre schritt der Bürgermeister zur Tat. Zuvor durften sich die Festgäste wünschen, ob Korpan mit einer "Kerze", einem "Hechtsprung" oder einer "Arschbombe" ins Wasser springen sollte. Letztere Variante gewann: Korpan nahm Anlauf und stürzte sich zum Tusch der Stadt- und Bergknappenkapelle beherzt samt Selfiestick in die Tiefe. Triefend nass aus dem Sportbecken gestiegen, wurde er von Landrätin Andrea Jochner-Weiß in Empfang genommen.

Einweihung: Die Münchner Isarnixen beim Tag der offenen Tür.

Die Münchner Isarnixen beim Tag der offenen Tür.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Nach der Segnung des Piorama und dem Durchschneiden des roten Bands war das Familienbad von Mittag an auch für Besucher geöffnet. Sie konnten am Tag der offenen Tür an Führungen teilnehmen. Es gab verschiedene Vorführungen wie einen Auftritt der Isarnixen aus München, Mitmachaktionen und Wettbewerbe wie das Wettrutschen gegen Korpan und Behre.

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