Die Kindertagesstätten sind wegen Corona seit Wochen zu, die Eltern müssen ihren Nachwuchs zuhause betreuen und trotzdem die Gebühren zahlen. Das sorgt für Unmut. Der Familienausschuss des Ickinger Gemeinderats tat sich schwer damit, eine einheitliche Regelung zu finden. Heikel ist die Situation vor allem bei der von den Johannitern betriebenen Krippe am Wenzberg. Die Betreuung kostet dort bis zu 450 Euro monatlich. Mehrfach sei sie gebeten worden, dem Träger entgegenzukommen, um es ihm zu ermöglichen, den Eltern einen Nachlass zu gewähren und sein Personal zu halten, sagte Bürgermeisterin Margit Menrad (UBI) in der jüngsten Sitzung. Doch die Gemeinde sehe kaum Möglichkeiten für eine Entlastung, zumal sie vertraglich nicht an die Eltern gebunden sei und die Johanniter ohnehin keine Miete für das Gebäude zahlen müssten.
Schon jetzt einen Ausgleich für ein künftiges Defizit zu beschließen, hielten die Gemeinderäte für verfrüht. Wegen der nicht erbrachten Betreuungsleistung drang Otto Güllich (Ickinger Initiative) auf eine Perspektive für die Betroffenen. Auch Verena Reithmann (UBI) hatte Verständnis: "Hier fallen hohe monatliche Kosten an bei Leuten, die vielleicht zurzeit auch nur 60 Prozent Einkommen haben." Dennoch konnte sich der Ausschuss mangels rechtlicher Grundlagen nicht dazu durchringen, in Härtefällen den Eltern unter die Arme zu greifen. Empfohlen wurde, auf eine landesweite Lösung zu warten. Bei den Kitas der Gemeinde fiel dem Ausschuss die Entscheidung wesentlich leichter. Die Satzung schreibt vor, dass die Eltern nach 20 Schließtagen von der Gebühr befreit werden. Befürwortet wurde deshalb eine Rückerstattung ab dem 5. April.