Neues Bahnticket:Fahrrad im Zug? Ein Euro bitte.

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Das neue Ein-Euro-Ticket für den Zug können Radfahrer bald auch im Oberland nutzen, allerdings mit Einschränkungen. (Foto: Daniel Löb/dpa)

Ab 1. August gilt das sogenannte BaSTi(R)-Ticket auch im Streckennetz des Oberlandes. Fahrräder können dann für einen Euro pro Strecke mitgenommen werden – mit Einschränkungen.

Von Christina Lopinski, Bad Tölz-Wolfratshausen

Fahrradfahren macht besonders viel Spaß, wenn man nicht von roten Ampeln und Autos ausgebremst wird, und anstatt Abgasen frisch gemähtes Gras riecht. Für das perfekte Fahrraderlebnis fährt man deshalb besser aus der Stadt heraus, gerne Richtung Berge. Weil die Fahrt mit dem Fahrrad, auch wenn es ein elektrisch betriebenes ist, von München bis beispielsweise Garmisch-Partenkirchen ein Tagesausflug für sich ist, sind alle Menschen ohne Auto mit Fahrradträger auf die Bahn angewiesen. Bisher mussten sie sich, um in den Genuss des Radfahrens im bayerischen Oberland zu kommen, eine Fahrrad-Tageskarte kaufen. Für 6,50 Euro pro Rad.

Im Dezember 2023 hat sich das im Großteil von Bayern geändert. Mit dem BaSTi(R)-Ticket – die Abkürzung steht für „Bayerisches Schienenpersonalticket Rad“, ist es seit Dezember 2023 möglich, das eigene Fahrrad für einen Euro pro Strecke mitzunehmen. Das Ticket ist von der bayerischen Staatsregierung gefördert und im Freistaat in Regionalzügen und S-Bahnen nutzbar. Das Oberland war bisher von diesem Ticket ausgeschlossen. Der Grund: Die Züge sind schon jetzt voll. Auf Drängen der Bayerischen Eisenbahngesellschaft und des Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr wird sich das nichtsdestotrotz zum 1. August ändern. Ab dann wird das BaSTi(R)-Ticket auch im Streckennetz des Oberlandes nutzbar sein. Mit Einschränkungen.

Keine Nutzung zu Stoßzeiten

„Fahrradfahrer sind erfahrungsgemäß bei schönem Wetter, an Wochenenden und in den Ferien unterwegs. Zeiten, zu denen unsere Züge auch jetzt schon voll sind“, sagt Annette Luckner, Pressereferentin der Bayerischen Regionalbahn (BRB). Um Chaos zu vermeiden, kann das BaSTi(R)-Ticket an Feiertagen nicht genutzt werden. Und bis einschließlich 3. Oktober auch nicht an Wochenenden.

Das ist ungünstig für Menschen, die nur zwischen Freitag und Sonntag Zeit für Ausflüge haben. „Unterschätzen Sie nicht, wie viele Fahrradfahrer auch unter der Woche unterwegs sind“, sagt Luckner. Damit meist sie nicht nur Rentnerinnen und Rentner, auch jüngere Leute mit flexiblen Arbeitsmodellen würden unter der Woche „eine Radtour machen und dafür den Zug nutzen“. Eine bestimmte Zielgruppe gebe es nicht. Nur Berufspendler, die würde die BRB explizit nicht ansprechen wollen.

Damit für möglichst viele Menschen und ihre Fahrräder Platz ist, werden in allen Zügen der BRB Oberland sieben Klappsitze in den Mehrzweckbereichen dauerhaft ausgebaut. Radler werden sich diesen Bereich aber weiterhin mit Rollstuhlfahrern und Kinderwägen teilen müssen. Werden sich in Zukunft also Eltern und Hobbysportler um den Platz im Mehrzweckbereich streiten? Nein, sagt Luckner. Die Regeln ändern sich nicht: Rollstuhlfahrer und Kinderwägen haben weiterhin Vorrang.

Um Chaos in den ohnehin schon vollen Zügen zu vermeiden, rät Luckner davon ab, das Fahrrad zu Stoßzeiten mitzunehmen. Zusätzlich will die BRB Radeinweiser einsetzen. An welchen Bahnhöfen das nötig ist, wird aktuell geprüft.

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