TourismusVon München nach Mailand per Rad

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Gruppenbild am Maibaum: Eine italienische Raddelegation auf dem Weg durch die Alpen nach Mailand macht nach 50 Kilometern in Bad Tölz Halt.
Gruppenbild am Maibaum: Eine italienische Raddelegation auf dem Weg durch die Alpen nach Mailand macht nach 50 Kilometern in Bad Tölz Halt. Manfred Neubauer
  • Eine neue 610 Kilometer lange Fernradroute zwischen München und Mailand soll die Alpenregion zwischen Bayern, Tirol und Norditalien nachhaltig verbinden.
  • Die Radstrecke ist noch im Planungsstatus, es fehlen durchgehende Beschilderung und kompletter Ausbau mit Lücken im Radwegesystem.
  • Die Region Lombardei investiert zehn Millionen Euro in die Weiterentwicklung des Projekts, um die Route sicherer zu machen.
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Ein neuer Fernradweg soll die bayerische und die lombardische Metropole verbinden. Auf ihrer Erkundungstour hat eine italienische Delegation einen Zwischenstopp in Bad Tölz eingelegt.

Von Jasmin Engel, Bad Tölz

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Die Schildkröte ist ein Symbol für gemächliche Fortbewegung und damit das passende Logo für die neu konzipierte, 610 Kilometer lange Fernradroute zwischen München und Mailand. „Wir möchten die langsame Mobilität unterstützen, die Natur schützen, Kultur, Geschichte und die Menschen verbinden“, betont Dario Furlanetto beim ersten Zwischenstopp einer Erkundungsgruppe von italienischen Radfahrern und Radfahrerinnen im Tölzer Bräustüberl.

Ziel des geplanten Tourismusprojekts, das auf bayerischer Seite größtenteils den Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen durchquert, ist es, die Alpenregion zwischen Bayern, Tirol und Norditalien bewusst und nachhaltig zu erleben. Der frühere Direktor des Naturparks Adamello im westlichen Trentino spricht von langsamem Genuss und Tourismus. Das passt bestens zu den bayerischen Brotzeitbretteln, die der Radgruppe von knapp einem Dutzend Personen bei einem Pressetermin in Tölz serviert werden.

Die Fahrradstrecke ist erst noch im Planungsstatus. Eine durchgehende Beschilderung fehlt bislang ebenso wie ein kompletter Ausbau. Teils existieren Lücken für ein geschlossenes Radwegesystem. Bis ins Südtiroler Brixen folgt der Weg der bereits seit 2015 etablierten Radfernroute zwischen München und Venedig. Auf bayerischer Seite geht es auf der Westroute entlang der Isar bis zum Sylvensteinspeicher über Fall und die Tiroler Grenze ins Achental.

„Radtouristen sind gerne gesehene Gäste“

Die Bedeutung des Radtourismus für ihre Kommunen betonen der Lenggrieser Rathauschef Stefan Klaffenbacher sowie Michael Lindmair. „Radtouristen sind gerne gesehene Gäste“, sagt der Zweite Bürgermeister von Bad Tölz. Denn sie stärkten die heimische Wirtschaft mit ihren Übernachtungs- und Gastronomiebetrieben und stoppten außerdem öfter, um sich Sehenswürdigkeiten anzusehen. Ein wichtiger Wertschöpfungsfaktor, ergänzt Andreas Wüstefeld, Leiter des Tourismusverbands Tölzer Land.

Auf Lenggrieser Flur ist der Abschnitt vom Damm des Sylvensteinspeichers bis nach Fall ein Nadelöhr. Die Strecke folgt der Bundesstraße 307. Dort gilt zwar Tempo 50. „Doch es kann gefährlich sein“, weiß Bürgermeister Klaffenbacher. Aber es gebe Lösungen, wie das Beispiel Italien zeige. Angestrebt sei, einen parallelen Radweg direkt auf der Seite des Speichersees anzulegen. Das sei aufwendig und koste Geld. Finanzieren lasse sich das nur im Rahmen eines auch von der EU mitfinanzierten grenzüberschreitenden Kooperationsprojekts.

Die Region Lombardei stellt zehn Millionen Euro bereit

Eine weitere Lücke auf der Radroute muss kurz vor dem Brennerpass im Übergang nach Italien geschlossen werden. Das soll bis 2034 erfolgen. Bis dahin müssen sich die Radler anders behelfen. „Wir empfehlen, zwischen St. Jodok und dem Brenner den Zug zu nehmen“, sagt Ulrike Pfeifhofer, Leiterin der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft des Landes Südtirol. Weiter führt die Radfernroute dann über Brixen, Kaltern, den Mendel- und Tonalepass sowie den Iseosee bis nach Mailand.

Für die Weiterentwicklung des Projekts investiert die Lombardei rund zehn Millionen Euro, erklärt deren Regionalrätin für Infrastruktur und öffentliche Arbeiten, Claudia Maria Terzi. Dadurch soll die Route sicherer werden. Die Infrastruktur soll zusätzlich zum Tourismus auch die Alltagsmobilität mit dem Fahrrad fördern.

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Ein breites Netzwerk von Akteuren in Norditalien hat das Projekt der Fernradroute zwischen Mailand und München entscheidend vorangetrieben. Darunter fallen der Verein für die Wiederbelebung des Fahrrads Aribi aus Bergamo, der Kulturverein Val Cavallina, die Berggemeinschaft Valle Camonica – Parco Adamello und die Sportförderorganisation CSI.

Sechs Tage lang will die italienische Delegation auf dem Rad nach Mailand brauchen – bis zum 6. Juni. Anschließend wollen sie über ihre Erfahrungen auf einer Pressekonferenz berichten. „Als Radtouristen haben wir einen anderen Zugang zu den Menschen und zur Kultur“, so Pfeifhofer. An Bad Tölz gefallen ihr die schöne Innenstadt und das Museum. „Ich muss noch mal wiederkommen“, sagt sie. Das entspricht dem, was die Initiatoren des neuen Fernradwegs im Sinn haben.

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