Eurasburger PolitikEine Kommune baut auf Holz

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Gemeinderat billigt Grünen-Antrag für nachhaltigen Werkstoff

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Primär auf den Rohstoff Holz soll Eurasburg künftig bei kommunalen Bauten und Sanierungen setzen. Die Grünen hatten jüngst im Gemeinderat einen Antrag für nachhaltiges Bauen gestellt, den das Gremium mit zwölf zu drei Stimmen billigte. Dadurch, so die Partei, setze Eurasburg ein Zeichen für den Klimaschutz und fördere die Wertschöpfung in der Region mit dem hiesigen Waldbestand. "Die bayerische Holzbauoffensive beginnt in Eurasburg", stellte Hans Urban (Grüne) sprachmächtig fest.

Worin die Grünen eine Vorreiterrolle sehen, ist für Bürgermeister Moritz Sappl (GWV) längst Praxis. "Da macht die Gemeinde Eurasburg Best Practice", sagte er. Bis nach Lichtenstein seien Kommunalvertreter schon vor drei Jahrzehnten gefahren, um Anregungen für den aus Holz errichteten Eurasburger Kindergarten zu gewinnen. Bei allen gemeindlichen Bauten habe Eurasburg auch auf den natürlichen Rohstoff zurückgegriffen. Für Peter Goepfert (Unabhängige Wähler) bestätige Eurasburg mit dem gebilligten Antrag der Grünen nur die bisherige Arbeit. "Das ist nichts Neues."

Zum Bauen soll die Kommune aber nur dann auf Holz zurückgreifen, solange dies technisch und fachlich sinnvoll ist. Der ganze Lebenszyklus des Gebäudes bis zum Abbruch und der Entsorgung der Baumaterialien soll in die Einschätzung einbezogen werden.

Sich primär auf den Rohstoff Holz festzulegen, sah Roland Grünwald (Eurasburger Liste) kritisch. "Ich bin der Meinung, mit dem Antrag können wir uns ein Bein stellen", sagte er. Künftig müsse die Gemeinde zuerst mit dem nachwachsenden Material planen. Wenn das nicht gehe, sei man anschließend gezwungen, dies wieder zu begründen. "Auch ohne den Antrag hat Eurasburg mit Holz gebaut." Er stimmte wie Ralf Reichenberg (Freie Wählerschaft Achmühle) und Maria Urban (CSU) dagegen.

Die Christsoziale hielt wenig davon, sich mit dem Grünen-Vorstoß einseitig festzulegen. Sie wohne selbst in einem Holzhaus, sagte sie. Im Grünen Zentrum in Holzkirchen habe jemand vergessen, den Wasserhahn zuzudrehen. So sei Feuchtigkeit in die Holzständerbauweise eingezogen. Im ganzen Gebäude sei nun der Schimmel. Bei einem Steinhaus gebe es diese Probleme nicht. Grünen-Fraktionssprecher Jakob Koch hielt dagegen. "Wir setzen den Klimaschutz auf die Agenda", sagte er. "Wir binden uns nicht."

© SZ vom 16.12.2020 / bene - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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