Eurasburg:Streit um Platz für Funkmast

Bürgermeister Sappl soll Gespräch über Alternativort führen

Von Benjamin Engel, Eurasburg

Für Jakob Koch steht außer Frage, dass der Standort für den Mobilfunkmasten bei der Wegkapelle südwestlich Beuerbergs der falsche ist. "Der Unmut stand vor der Tür", sagte der Grünen-Fraktionssprecher im Eurasburger Gemeinderat. Denn knapp 30 Beuerberger mussten ihre Kritik am Bauvorhaben im Freien vor dem Gasthaus zur Mühle äußern. Im Saal reichte der Platz wegen der Abstandsregeln nicht für alle. Die Haupteinwände: Die Kommune habe die Bevölkerung in die Standortsuche zu wenig eingebunden; der durch den Gemeinderat beschlossene Bauplatz sei zu nahe am Ort. Jetzt soll Bürgermeister Moritz Sappl (GWV) mit der Deutschen Funkturm GmbH nochmals reden, um nach der optisch wie gesundheitlich besten Standort-Lösung zu suchen.

Fraglich ist aber, ob Eurasburgs Rathauschef etwas erreichen kann. Der Gemeinderat hat den Standort auf staatlichem Grund am Waldrand im November, wenn auch knapp, gebilligt. Sappl verwies darauf, dass das Gremium den Mobilfunkmasten außerhalb des Ortes wollte. Standorte bei der Pumpenstation der Münchner Wasserleitung und auf kommunalen Gebäuden seien abgelehnt worden. Außerhalb des Ortes sei der 30,15 Meter hohe Sendemast ein privilegiertes Bauvorhaben. "Selbst wenn die Gemeinde ablehnt, ersetzt dies das Kreisbauamt", sagte Sappl. Er könne nur noch versuchen, den 180 Meter vom Ort entfernten Masten etwas näher zum Wald am Hang rücken zu lassen.

Zufrieden geben wollten sich die Grünen damit nicht. "Scheinbar konnte man die Standortsuche der Bevölkerung nicht verkaufen", konstatierte Jakob Koch. Die Kommune solle die Handbremse ziehen und etwa über einen Flächentausch nach besseren Standorten suchen. Für Klaus Koch sollte die Kommune nochmals mit dem Bauherrn sprechen, um doch noch die Chance für ein fachlich begleitetes Suchverfahren zu nutzen. "Alles andere wäre kaum zu empfehlen." Bedenken, sich trotz rechtskräftigen Gemeinderatsbeschlusses lächerlich zu machen, äußerte Ralf Reichenberg (Freie Wählerschaft Achmühle). Für Maria Urban (CSU) sollte ein gefasster Beschluss bestehen bleiben. "Früher hat es geheißen, kein Pfarrer predigt zweimal", begründete sie ihren Gegenantrag zum Vorstoß der Grünen. Fraktionssprecher Koch war empört. "So einen Antrag zu stellen, empfinde ich als Bashing gegen mich und meine Kollegen."

© SZ vom 10.12.2020
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