Das Projekt, in Eurasburg einen Kunstrasenplatz für den Trainingsbetrieb im Winter zu errichten, hat der Sportverein Eurasburg-Beuerberg nun auch offiziell ad acta gelegt. Stattdessen setzt der Vorstand darauf, künftig drei Plätze aus Naturrasen am Hauptgelände in Eurasburg zu konzentrieren. Der erste Schritt dafür ist es, den dortigen Trainingsplatz zu sanieren. Dafür bemühte sich der Verein um einen Zuschuss der Kommune in Höhe von 300 000 Euro, den der Gemeinderat genehmigt hat.
Der Kunstrasenplatz war eines der von der Kommune definierten sogenannten Meilensteinprojekte, die bevorzugt vorangetrieben werden sollten. Doch nach langer Debatte kam das Vorhaben nicht zustande. Es war schlicht zu teuer geworden, unter anderem auch, weil der Untergrund dafür aufwendig hätte stabilisiert werden müssen. Im Februar 2024 lehnte der Eurasburger Gemeinderat schließlich den benötigten Zuschussantrag in Höhe von 1,3 Millionen Euro ab. Das Projekt war damit faktisch erledigt.
Die Gemeinde bezuschusst den Sportverein mit 300 000 Euro
Der Sportverein Eurasburg-Beuerberg rechnet laut dem Kassier Michael Veltum mit Kosten von 445 000 Euro, um den Trainingsplatz aus Naturrasen zu sanieren. 20 Prozent, also 89 000 Euro, würde der Bayerische Landessportverband übernehmen, wenn der Verein als Bauherr auftritt. Der käme für zehn Prozent der Bausumme im Eigenanteil auf. „Der offene Restbetrag sind 311 500 Euro“, so Veltum, als er das Projekt in der Sitzung des Gemeinderats vorstellte. Würde der Zuschuss von 300 000 Euro der Gemeinde abgezogen, bliebe aktuell noch ein Fehlbetrag von um die 10 000 Euro. Dafür hätte der Verein gerne ein zinsloses Darlehen, das er, wenn es bei der Summe bleibt, in einem Jahr an die Kommune zurückzahlen könnte.
Bislang kann der Verein zweieinhalb Rasenplätze am Eurasburger Hauptgelände nutzen. Die zwei weiteren Rasenplätze in Sterz bei Beuerberg sollen aufgegeben werden. Das langfristige Ziel, drei Rasenplätze in Eurasburg zu bündeln, würde Kosten sparen, etwa fürs Mähen, so Veltum. Mit drei Rasenplätzen im Top-Zustand käme der Verein zurecht.
470 von 1400 Vereinsmitgliedern sind Kinder und Jugendliche
Aktuell sind laut Veltum im Sportverein 470 von 1400 Mitgliedern Kinder und Jugendliche. Der Anteil des Nachwuchses habe in den vergangenen Jahren massiv zugenommen, so der Kassier. Allein in der Sparte Fußball gebe es momentan 208 Kinder und Jugendliche, elf Jugend- und vier Seniorenmannschaften. Davon trainierten 13 Mannschaften zweimal die Woche. Insgesamt habe der Verein 80 Übungsleiter. Mit diesen Zahlen warb Veltum dafür, dass der Verein möglichst ganzjährige Trainingsmöglichkeiten brauche.
Im Gemeindrat fand der Schritt, den Trainingsplatz zu sanieren, breite Zustimmung. „So ein Sportverein ist in einer Gemeinde heute der Treffpunkt für Bürgerinnen und Bürger, ob Jung, ob Alt“, sagte Klaus Koch (Grüne). Wenn der Sportverein seine Rasenplätze in Eurasburg konzentriere, bringe das Synergieeffekte für den ganzen Verein. Wenn die Plätze in Sterz aufgegeben würden, könne er das nur begrüßen. Die eigenständige Anfahrt von Kindern und Jugendlichen dorthin sei brandgefährlich. Die Plätze seien generell abgelegen und schwer erreichbar. Die Sanierung des Rasens sei eine logische Konsequenz nach den Entwicklungen der vergangenen Jahre, sagte Peter Goepfert (Unabhängige Wähler). Zweiter Bürgermeister Alexander Sebald (Herrnhauser Liste) merkte an, dass es zwar keine Pflichtaufgabe der Gemeinde sei, die Sanierung des Trainingsplatzes zu bezuschussen. „Aber der gesellschaftliche Nutzen sollte es uns wert sein.“

