Bildung in EurasburgBeuerberger Schulbau beginnt erst Ostern 2027

Lesezeit: 2 Min.

Gar nicht so einfach wie gedacht, dürfte die Betreuung der Schülerinnen und Schüler in der Gemeinde Eurasbugr werden.
Gar nicht so einfach wie gedacht, dürfte die Betreuung der Schülerinnen und Schüler in der Gemeinde Eurasbugr werden. Manfred Neubauer

Das Recht auf Ganztagsbetreuung für Grundschüler rückt näher. Doch das neue Schulhaus von Eurasburg und Beuerberg wird wohl erst 2029/30 fertig. Für die Kinder bedeutet dies Interimslösungen.

Von Benjamin Engel, Eurasburg

SZ bei Google bevorzugen

Kurz vor den bayerischen Sommerferien 2025 bleibt für Kommunen nur noch wenig mehr als ein Jahr, den vom Schuljahr 2026/2027 an geltenden Rechtsanspruch für Grundschüler auf Ganztagesbetreuung sicherzustellen. In Eurasburg steigt damit der Handlungsdruck, weil sich entsprechende Räume nur durch einen gemeinsamen Schulstandort in Beuerberg werden schaffen lassen.

Doch der für die Sommerferien im Jahr 2026 anvisierte Baubeginn rückt weiter nach hinten, wie Bürgermeister Moritz Sappl (GWV) auf Nachfrage bestätigt. „Wahrscheinlich wird es Ostern 2027 so weit sein“, sagte Eurasburgs Rathauschef. „Der Abschluss ist für das Schuljahr 2029/2030 angedacht.“

Damit beginnt für die Schüler in der Gemeinde eine Phase der Interimslösungen und Provisorien, lassen sich doch die Mensa und Aula erst durch den Umbau in Beuerberg schaffen. Nach Sappls Worten kann die Gemeinde das Konzept der offenen Ganztagesschule bereits zum Unterrichtsjahr 2026/2027 starten und damit den Ganztagsbetreuungsanspruch sicherstellen. Das wird im Schulhaus in Eurasburg, wo bislang die Erst- und Zweitklässler den Unterricht besuchen, funktionieren. In Beuerberg sind bisher die Dritt- und Viertklässler untergebracht.

„In Eurasburg ist noch Platz“, sagte Sappl. Der reicht aber nur, weil der Rechtsanspruch auf Ganztagesbetreuung schrittweise kommen wird. Im Jahr 2026/2027 gilt dieser nur für die Schüler der ersten Klassen. Jedes Schuljahr kommt dann eine weitere Jahrgangsstufe dazu. Die klar voneinander getrennten Strukturen von Schule und Mittagsbetreuung in Eurasburg würden aufgehoben, sagt Sappl und fügt hinzu: „Eine Containerlösung brauchen wir aber nicht.“

Im Innenhof der jetzigen Beuerberger Schule entsteht ein zweigeschossiger Neubau

Unterdessen stellte tags zuvor Sebastian Heinzelmann vom Büro Kern Architekten aus Mindelheim in der Gemeinderatssitzung das Raumprogramm für das gemeinsame Schulhaus in Beuerberg vor. Dort soll das existierende Gebäude umgebaut werden. Zusätzlich wird im Innenhof ein zweigeschossiger Erweiterungsbau entstehen, um Räume für zeitgemäße Unterrichtsmethoden zur offenen Ganztagesschule oder zusätzliche Klassenzimmer zu integrieren.

Für das Bestandsgebäude sprach Architekt Heinzelmann von der Zielsetzung, die für den Umbau nötigen Eingriffe so gering wie möglich halten. Beispielhaft nannte er etwa den Technikbereich, der im Wesentlichen unverändert bleibe. „Wir wollen etwa möglichst wenig mechanisierte Belüftungsanlagen“, so Heinzelmann. Er sprach von der Intention der Low-Tech-Sanierung, auch um möglichst kostengünstig zu agieren.

Im neu gestalteten Beuerberger Schulhaus wird es künftig zur Mensa unter anderem eine Aufwärmküche, eine Bibliothek, einen Ruheraum oder Gruppenräume geben. Während der Bauphase kann nach jetzigem Stand laut Heinzelmann zudem die existierende Turnhalle in Betrieb bleiben. Das ist für die Vereine aus der Kommune gut, die so keine Ausweichstätte etwa für Trainingsaktivitäten brauchen. Der künftige neue, überdachte Haupteingang im Innenhof wird es ermöglichen, das Schulgebäude sowie die Turnhalle separat betreten zu können.

Bis zum Herbst 2025 sollen die Gesamtkosten für Um- und Neubau feststehen

Bis zum Herbst 2025 - also im Oktober oder November dieses Jahres – sollen laut Bürgermeister Sappl die Gesamtkosten für Umbau und Erweiterung der Schule in Beuerberg feststehen. Daraus werden die nächsten Finanzierungsschritte folgen. Im Raum stand bislang ein Kostenvolumen von 13 bis 17 Millionen Euro, so der Rathauschef. Doch hätten genauere Untersuchungen gezeigt, dass am Bestand weniger geändert werden müsse als bislang gedacht.

Für den zweigeschossigen Erweiterungsbau werden Stand Juli voraussichtlich 4,33 Millionen Euro fällig. Zur Auswahl standen eine vom Gemeinderat einstimmig beschlossene Variante mit Walmdach sowie eine volumengrößere und daher um 330 000 Euro teurere Variante mit Satteldach. „Ich würde aus architektonischer Sicht das Walmdach bevorzugen, weil es sich besser einfügt“, bekannte Architekt Heinzelmann. Zudem gebe es damit aus den oberen Klassenzimmern im Bestandsgebäude mehr Weitsicht, die das Satteldach weiter einschränke.

Hinzukommen wird ein Teil Flachdachfläche. Gleichzeitig knüpft das Walmdach am Erweiterungsbau an die Schulhistorie an. Sappl verwies auf ein Foto aus den Zwanzigerjahren, in dem das später veränderte Unterrichtsgebäude auch schon diese Dachform hatte.

© SZ - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
Zur SZ-Startseite

Sanierung in Zeiten des Klimawandels
:Mit Kunstharz gegen die Mauer-Schieflage

Weil der Boden wegen anhaltender Trockenheit geschrumpft ist, hat sich die Einfriedung des Eurasburger Schlosses zuletzt gefährlich geneigt. Nun hat sie ein Spezialunternehmen mit einem Trick wieder aufgerichtet.

Von Benjamin Engel

Lesen Sie mehr zum Thema

  • Medizin, Gesundheit & Soziales
  • Tech. Entwicklung & Konstruktion
  • Consulting & Beratung
  • Marketing, PR & Werbung
  • Fahrzeugbau & Zulieferer
  • IT/TK Softwareentwicklung
  • Tech. Management & Projektplanung
  • Vertrieb, Verkauf & Handel
  • Forschung & Entwicklung
Jetzt entdecken

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: