Einen Betreuungsplatz für die Kinder zu finden, zählt zu den größten Herausforderungen für Eltern. Von daher dürften die Personalprobleme der Kindertagesstätte „Hand in Hand“ in Eurasburg keine gute Nachricht für Väter und Mütter sein, die ihren Nachwuchs zum Kindergartenjahr 2025/2026 dort aufnehmen lassen möchten. „Es könnte sein, dass um die 20 Kinder nicht untergebracht werden können“, sagte Zweiter Bürgermeister Alexander Sebald (Herrnhauser Liste) in der jüngsten Gemeinderatssitzung.
Als Grund nannte er den generellen Fachkräftemangel. „Uns fehlen speziell Erzieherinnen, um eine fünfte Gruppe aufsperren zu können“, so Sebald. Die Kommune habe schon lange versucht, durch Stellenanzeigen in den Medien Personal zu gewinnen. Doch der Rücklauf sei praktisch „Null“. Erschwert werde die Situation dadurch, dass bayernweit Personal für Kitas gesucht wird. In Eurasburg kann dies Sebald zufolge dazu führen, dass sich Eltern womöglich darauf einstellen müssen, zum Kindergartenjahr 2025/2026 auch außerhalb von Eurasburg nach einem Betreuungsplatz zu suchen.
Die Kommune soll notfalls Leiharbeitskräfte anwerben, sagt Gemeinderat Jakob Koch
Gemeinderat Jakob Koch (Grüne) fragte nach, ob Eltern einen Betreuungsplatz einklagen können, weil es ja auch bald einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung gebe: „Zahlen wir dann Strafe?“ Seiner Ansicht nach sollte die Gemeinde versuchen, notfalls Leiharbeiter für die Betreuung der Kinder zu engagieren. Dafür gebe es Anbieter.
Zuständig sei nicht die Kommune, sondern der Träger der Jugendhilfe, in diesem Fall das Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen, entgegnete Geschäftsleiter Günther Eidenschink. Wenn die Gemeinde kein Personal finde, dann könne es eben keine fünfte Gruppe im Eurasburger Kindergarten geben. Damit verschlechtere sich allerdings die Lage im Vergleich zum Vorjahr.
Hubert Zwick (Freie Wählerschaft Achmühle) mahnte, dass Eurasburg alles dafür tun müsse, qualifiziertes Personal zu finden. Wer jemanden kenne, der für die Kinderbetreuung infrage komme, solle das der Gemeinde melden. „Wir rollen den roten Teppich aus“, sagte Zwick. Der Familienbeauftragte Patrick Ullrich (Gemeinsame Wählervereinigung) verwies darauf, dass es vielleicht sinnvoller sein könnte, alle Betreuungseinrichtungen in der Kommune unter einer Trägerschaft zu haben. Denn so ließe sich die Situation besser managen. Dass es unterschiedliche Träger gebe, erschwere die Lage zusätzlich.„ Mittelfristig müssen wir uns überlegen, wie wir das handhaben wollen.“

