Unter schwierigen makroökonomischen Bedingungen hat der Eurasburger Gemeinderat den Haushalt für das Jahr 2025 mit einer Gegenstimme verabschiedet. Dass es die Kommune „nicht mehr so dicke“ habe, hatte Kämmerer Markus Gerold in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats bereits bei einem Tagesordnungspunkt skizziert, der dem Haushalt vorausging. Als dann über den Etat abgestimmt wurde, stellte sich Hans Urban (Grüne) quer. Er beantragte, den Beschluss zu verschieben.
Für die geplante Zusammenlegung der Grundschulen in Beuerberg und Eurasburg am Standort Beuerberg sind dieses Jahr eine halbe Million Euro im Vermögenshaushalt eingeplant. Dadurch laufe Eurasburg Gefahr, finanziell gegen die Wand zu fahren, warnte Urban. „Dieser Haushalt ist abzulehnen, weil das die Katastrophe für die Gemeindekasse bedeutet.“ Im Finanzplan sind dafür im Jahr 2026 zwei Millionen Euro und in den beiden Folgejahren je vier Millionen Euro eingeplant. Laut der Machbarkeitsstudie ist mit Gesamtkosten von 21 Millionen Euro zu rechnen. „Es weiß keiner, wie das finanziert werden soll“, sagte Urban. Die Gemeinde habe die Zeit, noch einmal nachzudenken.

Mit seinem Vorstoß konnte sich Urban aber nicht durchsetzen. Mit neun zu sechs Stimmen fiel sein Antrag durch, den Tagesordnungspunkt der Haushaltsverabschiedung zu verschieben. Und er blieb der einzige, der den Etat nicht billigte. Zweiter Bürgermeister Alexander Sebald (Herrnhauser Liste) räumte zwar ein, dass der Antrag seine Berechtigung habe. Trotzdem plädierte er dafür, die halbe Million Euro für die Schulhaus-Zusammenlegung im Etat zu belassen. Seiner Darstellung nach liegen die Gesamtkosten dafür laut dem eingeschalteten Architektenbüro auch nur bei 13,6 Millionen Euro.
Somit sei beschlossen, die beiden bisherigen Schulstandorte in Beuerberg zu konzentrieren, sagte Sebald. Zudem habe die Gemeinde den gesetzlichen Auftrag, die Mittagsbetreuung für die Schüler sicherzustellen. Das lasse sich in Eurasburg gar nicht, in Beuerberg nur durch Umbauten realisieren. Kosten blieben an der Gemeinde auch hängen, wenn diese das Vorhaben aufgebe, sagte der Zweite Bürgermeister. Es existiere ein Beschluss für die offene Ganztagsschule in einem Haus in Beuerberg. „Den Weg müssen wir gehen.“
Erst mit der Kostenschätzung wisse die Gemeinde, „wohin die Reise geht“, sagt der Bauamtsleiter
Die 500000 Euro an Planungskosten für die Zusammenlegung sind noch gar nicht ausgegeben. Darauf wies Bauamtsleiter Joseph Wodak hin. Beende nun die Gemeinde einseitig das Verfahren, müssten allein deshalb 130000 Euro bezahlt werden. In wenigen Wochen liege der Kommune die Kostenschätzung vor. „Erst dann können wir sagen, wohin die Reise geht“, so der Eurasburger Bauamtschef.
An der Schulhaus-Zusammenlegung in Beuerberg festzuhalten, stand für Markus Sanner (CSU) außer Frage. „Das Lehrerkollegium ist vom Glauben abgefallen, dass das wieder zur Debatte stehen soll.“ Ebenso plädierten Hubert Zwick (Freie Wählerschaft Achmühle) und Klaus Koch (Grüne) dafür, die Planungskosten im neuen Haushalt zu belassen. Dass sich die Gemeinde Gedanken um einen finanziell nachhaltigen Haushalt machen müsse, gestand Peter Goepfert (Unabhängige Wähler) zu. „Die Einhäusigkeit brauchen wir aber aus pädagogischen Gründen.“ Die halbe Million Euro brächen der Gemeinde nicht das Genick.
Der aktuelle Haushalt hat ein Gesamtvolumen von knapp 14 Millionen Euro. Davon entfallen 11,2 Millionen Euro auf den Verwaltungshaushalt. Dafür rechnet Kämmerer Markus Gerold wieder mit deutlich gestiegenen Einnahmen aus der Gewerbesteuer von 1,9 Millionen Euro. 2024 waren nur 500000 Euro einkalkuliert. Der Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer soll von vier auf 4,35 Millionen Euro steigen. Die Einkünfte aus Grundsteuer A und B liegen für 2025 bei 529000 Euro. Im Vorjahr waren es knapp 521000 Euro. Die Hebesätze für die Grundsteuer A und B sowie die Gewerbesteuer blieben in Eurasburg bei je 310 Punkten. Als Kreisumlage muss die Kommune 3,7 Millionen Euro abführen. Die Personalausgaben liegen bei 2,9 Millionen Euro.
Am meisten investiert Eurasburg dieses Jahr mit 886500 Euro in den Breitbandausbau. Dafür fließen allerdings auch 607700 Euro an Fördergeldern des Freistaats wieder an die Gemeinde zurück. 330000 Euro kalkuliert Eurasburg ein, um den Fußball-Trainingsplatz des örtlichen Sportvereins zu sanieren.

