Erweiterung:Krippenausbau wird teurer

Erste Arbeiten in Icking kosten 50 000 Euro mehr als geplant

Die Kosten für die Erweiterung der Ickinger Kinderkrippe steigen, zumindest bei den ersten Vergaben. Das wurde kürzlich in der Gemeinderatssitzung klar, als das Gremium über Erdaushubarbeiten und Baumeisterarbeiten entschied. "Ich hoffe, dass es ein schlimmer Anfang ist, aber dass es sich nicht so fortsetzt", sagte dazu Bürgermeisterin Margit Menrad (UBI) in der Sitzung.

Für die Erdaushubarbeiten lag die Kostenberechnung des Architekten ursprünglich bei 48 000 Euro, im gemeindlichen Haushalt waren 66 000 Euro eingeplant. Sieben Firmen hatte die Kommune angeschrieben, von drei Bietern lagen nun Angebote vor. Von denen veranschlagte jedoch das günstigste rund 81 500 Euro. Bei den Baumeisterarbeiten gab es zuvor eine Kostenberechnung über 250 000 Euro. Von zehn angeschriebenen Firmen hatte Icking zwei Angebote erhalten, wobei das günstigste nun bei etwas mehr als 270 000 Euro lag.

Auch wenn beide Angebote höher als erwartet ausgefallen seien, so sei dies "keine Größenordnung, wo wir sagen können, wir heben die Ausschreibung auf", erklärte Menrad. Teile des Gemeinderats zeigten sich mit der Kostensteigerung dennoch unzufrieden: "Wir haben jetzt die ersten beiden Maßnahmen, über die wir abstimmen. Und wir wissen eigentlich, dass es so weiter geht", sagte Christian Mielich (SPD/Grüne). Rund 1,8 Millionen Euro sind laut Kämmerer Stefan Fischer für die Erweiterung veranschlagt. "Und da gehen wir jetzt schon drüber", kommentierte Mielich. "Und was wäre dann Ihr Vorschlag?", fragte die Bürgermeisterin zurück. Das wiederum mündete erst in einer rhetorischen Frage Mielichs ("Ja, wo ist die Bremse") und endete dann in sarkastisch geraunten Kommentaren aus dem Gemeinderat: "Geburtsverbot für Icking? Zuzugsverbot?"

Man befinde sich derzeit eben in einer Bauboom-Phase, erklärte Alfred Vogel (Ickinger Initiative). Menrad selbst sagte, sie sei "Verfechterin des antizyklischen Verhaltens": nämlich dann zu bauen, wenn es der Wirtschaft nicht ganz so gut gehe und deshalb bessere Preise erzielbar seien. "Aber ich denke, da können wir jetzt nicht drauf warten", so ihr Fazit.

"Vielleicht ist auch zu Beginn zu scharf kalkuliert worden, damit man besser gestimmt ist?", mutmaßte Matthias Ertl (PWG). Darin erkannte schließlich auch Mielich den Kern seiner Kritik: "Der Architekt hat ja geplant zu einer Zeit, als der Bauboom bereits da war. Und der Preisunterschied ist mir einfach zu krass von vor zwei Monaten zu heute."

Letztlich aber nahmen die Ickinger Gemeinderäte die höheren Kosten hin. "Hilft ja nichts", merkte Vigdis Nipperdey (Ickinger Initiative) dazu grummelnd an, bevor die Vergaben schließlich einstimmig beschlossen wurden.

© SZ vom 29.03.2018 / cjk
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB