Energieverbrauch So lassen sich Heizkosten senken

Geretsried untersucht Häuser mit Wärmebildkamera

Wärmedämmung an Häusern senkt den Energieverbrauch, spart den Besitzern Geld und hilft einer Stadt im Bemühen um den Klimaschutz weiter. Die Stadt Geretsried fördert Wärmedämmung nun ganz konkret: Gemeinsam mit der Bürgerstiftung Energiewende (EWO) bietet sie drei Geltingern gratis eine Überprüfung ihrer Häuser per Wärmebildkamera an. Damit lässt sich klären, wo die Schwachstellen sind - Wände, Dach, Fenster? Welche Maßnahme ist sinnvoll? Es werden Thermografien der Häuser angefertigt und anschließend im Nebenraum des Gasthauses Alter Wirt gemeinsam ausgewertet.

Roswitha Foißner, Energiemanagerin im Geretsrieder Rathaus, erklärt auf Nachfrage, wie sich die Aktion in das Klimaschutzkonzept der Stadt einordnet: "Die sinnvolle Wärmedämmung von Gebäuden ist ein zentraler Baustein unseres Konzeptes: Für die privaten Haushalte in Geretsried ergeben sich durch eine energetische Sanierung der Gebäudehülle und eine Erneuerung der Heiztechnik die größten Einsparpotenziale." Allein durch eine Sanierung der Gebäudehülle könne der Brennstoffverbrauch um mehr als 30 Prozent gesenkt werden. Zusammen mit einer Erneuerung der Heizung könnten hier im gesamten Stadtgebiet pro Jahr etwa 28 000 Tonnen Kohlendioxid (CO₂) eingespart werden. Der CO₂- Gesamtausstoß über alle Verbrauchergruppen inklusive Verkehr liege bei 220 000 Tonnen.

Generell gilt nach Foißners Worten, dass etwa drei Viertel der Energie über die Außenwände und Fenster - auch durch Lüften - verloren gehen. Bei einem älteren Gebäude seien oft 300 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr an Heizenergie notwendig. Durch eine energetische Sanierung der Gebäudehülle mit gleichzeitigem Austausch der Heizung könne dieser Wert auf bis zu 100 Kilowattstunden gesenkt werden. "Die Einsparung ist natürlich abhängig von der Ausgangssubstanz", sagt die Energiemanagerin. Gerade Häuser aus den Sechziger- und Siebzigerjahren seien oft besonders schnell und günstig gebaut, die Betonwände dämmten nur wenig. "Auch in Geretsried und Gelting ist das höchste Einsparpotenzial dort gegeben, wo viel ältere Bausubstanz vorhanden ist."

Foißner hat aber auch einen Tipp für alle, die bei der Wärmebildaktion nicht zum Zug kommen: "Für Privatleute lässt sich gerade bei der derzeitigen Witterung die Lage einfach und schnell einschätzen: Lange Eiszapfen und schnell abschmelzender Schnee auf dem Dach deuten auf hohe Wärmeverluste über das Dach hin."

Interessenten melden sich per E-Mail an energiesparen@geretsried.de, telefonisch unter 08171/6298-324. Auch Bürger, die nicht zum Zug kommen, sind willkommen. Treffpunkt: Donnerstag, 14. Februar, 18 Uhr, Feuerwehrgebäude, Wolfratshauser Straße 9; gegen 19 Uhr Auswertung im Gasthaus Alter Wirt.