Elektrosmog und Überwachung Hightech-Spion im Haus

Bürgerinitiative kritisiert den Einbau von Funkwasserzählern scharf

Eine vom Landtag beschlossene Änderung der Bayerischen Gemeindeverordnung soll die Messung des Wasserverbrauchs in allen Haushalten vereinfachen. In Zukunft kann der Wasserversorger - in Wolfratshausen die Stadtwerke - entscheiden, ob in Zukunft weiterhin mechanische Wasserzähler, sogenannte Flügelradzähler, oder elektronische Funkwasserzähler eingebaut werden. Damit könnte der Wasserverbrauch sämtlicher Haushalte innerhalb kürzester Zeit abgefragt werden.

Doch Kritiker der neuen Wasserzähler weisen auf Probleme hin, was Daten- und Gesundheitsschutz betrifft: Hans Schmidt, Sprecher der Bürgerinitiative Wolfratshausen zum Schutz vor Elektrosmog erklärt, ein Funkwasserzähler sende Daten im 10- bis 15-Sekundentakt. Diese könnten von Hackern ohne Weiteres abgegriffen werden. Anhand des momentanen Wasserverbrauchs könnten Diebesbanden ausmachen, in welchen Wohnungen sich Menschen befinden und in welchen nicht. Zudem stünden die Millionen gefunkten Datenpakete im Widerspruch zum Minimierungsgebot des Strahlenschutzes und somit zum Vorsorgeprinzip.

Nicht nur dadurch stünden Grundrechte auf dem Spiel. Auch mit dem Recht auf Unverletzlichkeit der Wohnung werde flexibel verfahren: So verlangt die im Mai in Kraft getretene Datenschutz-Grundverordnung die Einwilligung der Betroffenen für eine solche Funkanlage. In Wolfratshausen aber seien schon etliche Funkwasserzähler eingebaut worden ohne Einwilligung der Bewohner, sagt Schmidt.

Der geänderten Gemeindeordnung zufolge haben Bürger ein Einspruchsrecht von zwei Wochen. "Schon ein Urlaub kann dazu führen, dass die Betroffenen keine Möglichkeit mehr zum Widerspruch haben", kritisiert er. Außerdem gilt das Widerspruchsrecht nur für den Erstbewohner. "Niemand sollte gezwungen werden, einen solchen Hightech-Spion in seinem Haus zu dulden", fasst Schmidt zusammen und fordert das Recht auf einen analogen Zähler.