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Eklat in Eurasburg:Der Landespolitiker und das Google-Auto

Auch Urban selbst hat von dem Vorfall Bilder gemacht. Hier kommen sich Auto und Bein zumindest sehr nahe.

(Foto: Privat/oh)

Für den Grünen-Landtagsabgeordneten Hans Urban aus Eurasburg hat ein Rechtsstreit heuer eine unerwartete Wendung genommen. Nach einer Auseinandersetzung mit dem Fahrer eines Google-Autos im Oktober 2019 hatte der 42-Jährige Anzeige wegen Körperverletzung gestellt. Die Münchner Staatsanwaltschaft und letztlich auch das Wolfratshauser Amtsgericht hatten jedoch Zweifel daran, dass Urban wie dargestellt bei dem Streit tatsächlich mehrfach umgefahren worden ist. Die Rechtsbehörden sind vielmehr der Auffassung, dass sich Urban habe fallen lassen. Der Landespolitiker soll deswegen 10 500 Euro wegen Vortäuschens einer Straftat zahlen.

Ein biomechanisches Gutachten belastet Urban dabei schwer. Dieses ist anhand der Videos anfertigt worden, die den Vorfall auf Urbans Hof in Oberherrnhausen dokumentieren. Denn sowohl die Kamera auf dem Google-Auto als auch die Handykamera des Fahrers haben die Szenen mitgeschnitten.

Urban ist weiter von seiner Unschuld überzeugt. Er hat deshalb ein Gegengutachten beauftragt. Das Amtsgericht Wolfratshausen hat ihm bis zum 10. Januar Zeit gegeben, dieses vorzulegen. Der Fall Urban gegen Google geht 2021 also in eine neue Runde.

© SZ vom 30.12.2020 / zif
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