Eishockey:Mit Energieeffizienz durch den Winter

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Eishockey: River-Rats-Präsident Thomas Ranft im 2019 mit Dach neu eröffneten Heinz-Schneider-Eisstadion.

River-Rats-Präsident Thomas Ranft im 2019 mit Dach neu eröffneten Heinz-Schneider-Eisstadion.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Die Geretsrieder River Rats erhöhen die Eistemperatur und ziehen das Saisonende im Frühjahr vor.

Von Benjamin Engel

Eissport im Stadion zählt zu den energieintensivsten Freizeitaktivitäten. In der kürzlich für viele Millionen Euro sanierten Wettkampfstätte des Eishockeyclubs ESC River Rats aus Geretsried braucht es eine Lüftungsanlage, um die Luftfeuchtigkeit stabil zu halten. Die Eisfläche muss aufgebaut und gekühlt werden - das kostet Geld. Viel mehr als seinerzeit im offenen Heinz-Schneider-Stadion. Dabei sei die Energiekrise nicht eingerechnet, betont Rico Lehwald, Betriebsleiter und Vorsitzender des Betreibervereins Sportstadion. "Das Stadion ist gewachsen." Daher versuchen die "River Rats", den Energiebedarf möglichst klein zu halten. Dahinter stehen die jüngsten Debatten im Haushaltsausschuss des Geretsrieder Stadtrats über eine Verdoppelung der städtischen Fördergelder auf 200 000 Euro im Jahr.

"Wir wissen um unsere Verantwortung in Zeiten drohender Energieknappheit", reagieren der ESC River Rats und der Stadion-Betreiberverein in einer aktuellen Stellungnahme. Einsparen ließe sich etwa an der Eistemperatur. Laut Lehwald liegt sie in der Regel bei minus vier bis minus 4,5 Grad. Nachts und während der Trainingszeiten werde die Temperatur nun um maximal ein Grad angehoben. Im Spielbetrieb gehe es aber nur um Nachkommastellen, so Lehwald. Insbesondere die Zuschauer trieben die Temperatur ganz natürlich nach oben. Die Lüftungsanlage müsse laufen, damit die Dachkonstruktion aus Holz nicht durch erhöhte Luftfeuchtigkeit angegriffen werde.

Kurzfristig haben die River Rats auch entschieden, die Eissaison schon Ende Januar oder Februar enden zu lassen. Ursprünglich geplant war April. So wolle man versuchen, wenigstens den Ligenbetrieb für den Eishockeyclub abzuschließen, erklärt River-Rats-Präsident Thomas Ranft. Im Vergleich zu anderen Stadien wie in Bad Tölz und Miesbach habe man in Geretsried im August auch später damit begonnen, das Eis für die Spielfläche aufzubauen. Mittelfristig gehe es darum, die Energieeffizienz zu steigern oder Möglichkeiten voranzutreiben, eigene Energie zu gewinnen. Angedacht sei, das Stadion an eine Brauchwasserversorgung anzuschließen oder die Chancen für eine Photovoltaikanlage auszuloten.

Gleichzeitig erinnern der Geretsrieder Eishockeyclub und der Betreiberverein des Stadions daran, welche Rolle ihr Sport für die Stadt spielt. Die erste Mannschaft spiele in der Bayernliga und damit der höchsten bayerischen Amateurklasse, heißt es in der Stellungnahme. Das steigere auch den Bekanntheitsgrad von Geretsried. 250 Kinder und Jugendliche, ein Damenteam sowie eine Herrenmannschaft im Breitensport seien bei den River Rats organisiert - genauso wie eine Abteilung "Inklusion" für behinderte Sportler . Schon die in der Pandemie fast ganz ausgefallene Saison 2020/2021 sei schwierig gewesen, so Ranft. Zugleich seien die finanziellen Auswirkungen von Ukraine-Krieg und steigenden Energiekosten noch gar nicht absehbar. "Wir stochern im Nebel", bekennt Ranft. Sollte der Eissport aber wegbrechen, dauere es Jahre, das wieder aufzubauen.

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