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Einstimmige Entscheidungen:Zäsur bei den Geretsrieder Grünen

Michael Kling löst Detlev Ringer als Geretsrieder Ortsvorsitzender der Grünen ab.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Vor der Kommunalwahl wählt der Ortsverband Michael Kling zum neuen Vorsitzenden

Im Vorfeld der herannahenden Kommunalwahlen haben die Geretsrieder Grünen einen neuen Vorsitzenden gewählt. Bei der Jahreshauptversammlung des Ortsverbandes votierten die Mitglieder per Akklamation einmütig für Michael Kling. Der 59-jährige selbständige Anästhesist rückt für Detlev Ringer nach, der nicht mehr kandidiert hatte. Horst Haslach bleibt Schriftführer, zu Beisitzern wurden die 37-jährige Fotografin Stefanie Kern und der 47-jährige Thomas Martin gewählt, der sich nach eigenen Worten "eigentlich sträuben wollte", sich dann aber doch überzeugen ließ. Er arbeitet nach eigenen Worten "bei einem Luft- und Raumfahrtkonzern". Alle Kandidaten wurden einstimmig beziehungsweise bei Enthaltung der Betroffenen gewählt, als Wahlleiter fungierte Kreisverbandssprecher Alexander Müllejans.

Die Wahl der Kandidaten für den Stadtrat, dem derzeit Ringer, Beate Paulerberg und Volker Witte angehören, ist für 21. November, 19.30 Uhr, in den Ratsstuben angesetzt. Bis dahin soll auch das offizielle Wahlprogramm vorgestellt werden. In seinem Rückblick ließ Ringer Themen und Veranstaltungen aus den vergangenen zwei Jahren Revue passieren. Zu den Erfolgen der Grünen zählt der scheidende Vorsitzende, dass das Herbizid Glyphosat in Geretsried nicht mehr auf öffentlichen Flächen ausgebracht werden darf. Engagiert habe sich der Ortsverband auch für das örtliche Radwegenetz. Man habe eigene Vorschläge erarbeitet und an das Bauamt weitergegeben. Konkrete Maßnahmen seien nun in Vorbereitung.

Zu den Veranstaltungen, die Ringer ansprach, zählen ein Vortrag zum Thema Flächenfraß, eine Diskussion mit dem Landtagsabgeordneten Martin Runge zum Thema S 7 und eine Nachbetrachtung zur jüngsten Landtagswahl. Als weitere Aktivitäten nannte Ringer Referate zum Thema "Wie geht es den Bienen" und zum "Klima-Notstand in Geretsried". Erwähnenswert ist Ringer zufolge noch, dass der Grünen-Ortsverband beschlossen habe, mit einer eigenen Bürgermeister-Kandidatin anzutreten: Die selbständige Nachhaltigkeitsberaterin und Mediatorin Martina Raschke soll in der Nominierungsversammlung am Donnerstag, 21. November, offiziell auf den Schild gehoben werden. Kling appellierte an die Mitglieder, die Kontakte mit dem Vorstand zu pflegen - "jeder kann mich anrufen und Fragen stellen".

Ein erklärtes Anliegen ist es den neuen Ortsvorsitzenden, eine Kultur des Zuhören-Könnens zu pflegen. Dies sei immer "der halbe Erfolg" und wirke sich positiv aus, "wenn wir zwischendurch mal nicht so nett miteinander umgehen". Dafür müsse man sich sensibilisieren.

Nach Klings Worten ist es ungeachtet der rein politischen Notwendigkeiten auch legitim, dabei "persönlich Spaß zu haben, nette Leute zu treffen und sich mit eigenen Gaben und Fähigkeiten einzubringen". Dass dies ein großes Anliegen für ehrenamtlich Engagierte sei, gehe auch aus entsprechenden Umfragen hervor. In einer solchen Umfrage hätten sich 93 Prozent der Befragten in diesem Sinn geäußert. Leider sei die Bereitschaft, sich für zeitaufwendige ehrenamtliche Aufgaben einzusetzen, in den vergangenen Jahren erkennbar gesunken.

Wichtig sei es, "öfter öffentlich aufzutreten, auch mal gegen etwas zu sein und Utopien zu entwickeln". Letzteres könne gern auch bei regelmäßigen Treffen in seiner privaten Gartenhütte geschehen. Klings erklärtes Fernziel ist es, die Zahl der Mitglieder im Geretsrieder Ortsverband zu verdoppeln.

In einem ähnlichen Sinn äußerte sich Müllejans, der die Versammelten ermutigte, "Kontakt zu halten und präsent zu sein. Und ja: "Kommunalpolitik darf auch Spaß machen."