Einkaufen im Oberland:Tölzer Kaufland wird saniert

Einkaufen im Oberland: Außen eher barackenartig, innen ein Vollsortimenter, der in Bad Tölz zu den erfolgreichsten Einzelhändlern zählt. Nun soll saniert und erweitert werden.

Außen eher barackenartig, innen ein Vollsortimenter, der in Bad Tölz zu den erfolgreichsten Einzelhändlern zählt. Nun soll saniert und erweitert werden.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Stadträte billigen Bauantrag des Konzerns für das Areal an der Lenggrieser Straße

Von Klaus Schieder, Bad Tölz

Dem Umbau und der Erweiterung des Kaufland-Supermarkts in Bad Tölz steht nichts mehr im Wege: Die Stadträte haben den Bauantrag des Konzerns aus Neckarsulm im Bau-und Stadtentwicklungsausschuss am Donnerstag einstimmig und ohne weitere Debatte gebilligt. Das 1972 errichtete Gebäude an der Lenggrieser Straße wird demnach im Bestand saniert und modernisiert, der Parkplatz nach Süden und Osten hin erweitert. Der Supermarkt bleibt während der Bauzeit geöffnet, renoviert wird im laufenden Betrieb. "Das ist einer der Einzelhändler, die in Bad Tölz am besten laufen", sagte Bauamtsleiter Christian Fürstberger.

In der barackenartigen Halle bietet Kaufland ein Vollsortiment an, von Lebensmitteln über Schreibwaren bis zu Elektroartikeln. Außerdem gibt es dort einen Friseur, einen Bäcker, einen Elektro-Markt, einen Kleiderladen, einen Metzger, einen Schuhmacher und eine Postfiliale. Den ursprünglichen Plan, einen Neubau mit Parkplätzen in einem halb versenkten Souterrain zu errichten, hatte das Unternehmen wegen der hohen Kosten verworfen. Im Bauausschuss ging es nur noch um Marginalien: So überschreiten die Vordächer des umgebauten Supermarkts nach Westen und Süden geringfügig die Baugrenzen, wie sie im Bebauungsplan "Sondergebiet in der Karwendelstraße" festgezurrt wurden. Ebenso die Zufahrt zur Karwendelstraße auf der nordöstlichen Seite, die sieben statt 6,90 Meter breit ausfallen soll. Aber all dies sei städtebaulich vertretbar, merkte Stadtbaumeister Florian Ernst an. Über die Fassadengestaltung habe der Konzern vorher mit der Stadt gesprochen. "Das Erscheinungsbild wird moderner und zeitgemäßer, aber auch mit viel Holz gestaltet", sagte Ernst.

Insgesamt 281 Stellplätze muss der Konzern infolge des Umbaus nachweisen: 264 für die Verkaufsfläche, 13 für das Lager sowie vier wegen der Büro- und Schulungsräume. Nachdem sich Kaufland mit den Eigentümern der benachbarten Wiesen geeinigt hat, kann der Parkplatz auf 298 Stellflächen ausgebaut werden. Die können allerdings noch nicht gleich genutzt werden. Während der Sanierung, die maximal zwei Jahre in Anspruch nehmen soll, wird dort vorübergehend ein großes Zelt für Getränke und Leergut aufgestellt.

Die Grundlage für den Ausbau des Parkplatzes bildet der neue Bebauungsplan "Sondergebiet Parkplatz Einzelhandel", der einen städtebaulichen Vertrag beinhaltet. Dieser Kontrakt sieht vor, dass Kaufland die Kosten für alle Gutachten trägt, vor allem zum Verkehr. Sollte die Expertise ergeben, dass die Kreuzung Lenggrieser Straße/Karwendelstraße geändert werden muss, trägt der Konzern anteilig jene Kosten, die durch das Verkehrsaufkommen ob des Supermarkts entstehen. Zum Beispiel für einen neuen Kreisverkehr oder eine neue Ampelanlage. Zudem muss Kaufland das sanierte Gebäude beseitigen, falls der Standort Tölz irgendwann aufgegeben werden sollte. "Aber das kann sich eigentlich keiner vorstellen", sagte Fürstberger.

© SZ vom 31.07.2021
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