EinkaufenEdeka-Pächter in Waldram gibt auf

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Nach sieben Jahren schließt der Betreiber im Juni. Die Konkurrenz der Discounter in Wolfratshausen sei einfach zu groß

Von Konstantin Kaip, Wolfratshausen

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Leicht hatte es der Edeka-Markt in Waldram nie. "Es ist ein schwieriges Pflaster da hinten", sagt Pächter Hans-Joachim Freywald über die Lage in unmittelbarer Nähe zu Wolfratshausen und Geretsried mit ihren großflächigen Supermärkten und Discountern. Sieben Jahren betreibt Freywald die Filiale nun schon - ohne Gewinn und, wie er sagt, zeitweise auch mit Verlusten, die er nur über seine anderen beiden Märkte in Kochel und Benediktbeuern ausgleichen konnte. Nun aber sind die Tage des Waldramer Edeka gezählt: Am 18. Juni, sagt Freywald, werde er den Supermarkt schließen.

Im vergangenen November habe er den Entschluss gefasst, sagt der Kochler. Schließlich habe er noch zwei andere Märkte in unmittelbarere Nähe seines Wohnsitzes, "und der Waldramer Markt war für mich einfach nicht lukrativ und rentabel". Zwar habe er in Waldram durchaus viele Stammkunden gehabt, sagt Freywald. "Doch von denen kann ich nicht leben." Anders sei das bei seinen beiden anderen Supermärkten in Kochel und Benediktbeuern. Dort gingen die Umsätze am Wochenende, wenn die Kunden ihre Großeinkäufe tätigten, stets nach oben. In Waldram aber, sagt Freywald, "tut sich da gar nichts".

Der Pächter hatte den Markt 2009 übernommen, als Teil eines Deals mit der Supermarktkette: Er habe sich für die Filiale in Benediktbeuern beworben, sagt Freywald, und den Zuschlag nur unter der Bedingung erhalten, dass er zusätzlich auch einen "schwächeren Standort" übernehme. Aus zweien habe er auswählen können und sich für dem Markt in Waldram mit etwas mehr als 800 Quadratmetern Verkaufsfläche entscheiden.

Dort wurde es immer schwieriger. Als Freywald seinen Markt in Benediktbeuern 2014 erweiterte und modernisierte, musste er in Waldram die Frischfleischtheke mit Bedienung schließen - "aus Kostengründen". Zwar tue ihm die Schließung für seine Stammkunden und besonders für die älteren Waldramer Leid, beteuert der Unternehmer. "Aber ich muss eben auch mein Geld verdienen." Deshalb macht Freywald im Sommer zu, auch wenn sein Pachtvertrag noch bis 2019 weiterläuft. Die Suche nach einem Nachfolger sei schon in die Wege geleitet, sagt der Marktbetreiber. Allerdings gebe es "bis jetzt sehr wenige Interessenten". Die sieben Mitarbeiter, die insgesamt in der Waldramer Filiale arbeiten, gehen laut Freywald entweder in Rente, kommen in anderen Filialen unter und "wollen sich anders orientieren".

Wirtschaftsreferent Helmut Forster hat sich bereits mit Freywald getroffen, nachdem ihm eine Waldramer Marktkundin Anfang Februar von den Schließungsplänen berichtet hatte. Er habe sich auch schon mit Edeka in Verbindung gesetzt, sagt Forster. In der kommenden Woche werde er mit dem zuständigen Vertriebsleiter reden, auch mit dem Verpächter wolle er Gespräche führen. "In Waldram wohnen 4000 Leute. Ich halte es für notwendig, dass es da auch einen eigenen Supermarkt gibt", sagt Forster. Allerdings hänge das vor allem von den Waldramer Kunden ab. "Es kann nicht sein, dass man schimpft, wenn er weg ist, und wenn er da ist, geht niemand hin."

© SZ vom 01.03.2016 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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