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Ein Vierteljahrhundert Schutz:Gesegnete Tiere

Ziegen, Hunde, Katzen...: im Geltinger Tierheim finden alle Obhut.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Das Josefa-Burger-Haus in Gelting feiert sein 25-jähriges Bestehen mit Tombola und Musik, Aktionen und einer christlichen Andacht. Diakon Michael Baindl mahnt Verantwortung für die Schöpfung an. Vorsitzender Manfred Fleischer dankt Bürgermeistern für Unterstützung.

Gerhard Hasreiter verdankt dem Tierheim Gelting seinen Hund Balu, an dem er und seine Familie seit sieben Jahren Freude haben. Das Tierheim aber verdankt es Menschen wie Hasreiter, dass es überhaupt Hunden, Katzen, Meerschweinchen, Ziegen und Wassertieren ein Zuhause (auf Zeit) geben kann. Und das seit genau 25 Jahren. Hasreiter war Bürgermeister von Geretsried, als der 1954 gegründete Tierschutzverein Wolfratshausen, Geretsried und Umgebung nach Jahrzehnten ohne Bleibe endlich die Chance auf ein eigenes Haus bekam. Josefa Burger aus Achmühle hatte ihm überraschend ihr Anwesen und ihr gesamtes Vermögen vererbt. Der damalige Bürgermeister Hasreiter (CSU) und der Geretsrieder Stadtrat ermöglichten dem Verein schließlich den Erwerb des Grundstücks an der Leitenstraße - fernab von Anwohnern, die sich durch Gebell gestört fühlen konnten - und den Bau des Tierheims.

Am Sonntag hat der Tierschutzverein zusammen mit vielen Freunden, Unterstützern und Ehrengästen aus den Kommunen des Nord-Landkreises das 25-jährige Bestehen des Josefa-Burger-Hauses gefeiert. Mit Musik, einer Tombola, Aktionen für Kindern, einem Rundgang durchs Gelände mit Hunde- und Katzenhäusern, Gehegen und dem Teich für flügellahme Wassertiere. Aber auch mit einer Besonderheit: Diakon Michael Baindl von der katholischen Geretsrieder Pfarrei Maria Hilf segnete die Tiere und die Besucher.

Auch Baindl hat eine persönliche Beziehung zum Geltinger Tierheim: "Wir hatten zwei Katzen von hier", sagt er, "eine ist schon gestorben, die andere lebt noch, sie ist zehn Jahre alt." Es sei das erste Mal, dass er ein Tierheim segne, und er tue es gern: "Wir freuen uns, wenn wir eingeladen werden." Er wolle Gott bitten, dass er seine Hand über das Tierheim halte: "Tiere sind auch ein Bestandteil seiner Schöpfung."

So gestaltete er die kleine Andacht dann auch, die mit einem von Hans Dondl an der Harfe begleiteten und gemeinsam von allen Anwesenden gesungenen "Lobet den Herrn" begann. Baindl begrüßte die Besucher ausdrücklich auch im Namen der evangelischen Kirche ("Wir leben Ökumene") und nannte seine Andacht ein Zeichen des Danks an alle, die ihre Zeit für die Tiere opfern, und als Erinnerung daran, "dass wir eine gewisse Verantwortung für diese Schöpfung haben". Mit einem Zitat aus dem Buch Genesis unterstrich der Diakon dies: Gott habe die Menschen aufgefordert, den vom ihm geschaffenen Tieren Namen zu geben. Dies heiße, ihnen Würde zu geben und Verantwortung für sie zu tragen, sagte der Diakon. Die Bedeutung von Tieren im christlichen Glauben zeige sich auch darin, dass der Fisch als Symbol für Jesus stehe und die Taube für den Heiligen Geist.

Dass auch die Tiere "in Gottes Hand" sind, betonte Diakon Michael Baindl. Hans Dondl war mit der Harfe dabei.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Manfred Fleischer, der Vorsitzende des Tierschutzvereins, begrüßte unter den Gästen der Jubiläumsfeier die Bürgermeister von Eurasburg, Egling und Geretsried, Moritz Sappl, Hubert Oberhauser und Michael Müller, sowie den Zweiten von Wolfratshausen, Fritz Schnaller. Alle Gemeinden des Nord-Landkreises bis auf Königsdorf zahlen dem Verein jährliche Pauschalen für die Aufnahme von Fundtieren, die eine kommunale Pflichtaufgabe ist. Fleischer dankte dafür und sagte scherzend, die Bürgermeister seien sicher auch froh, dass es nicht immer wieder mal nachts um eins bei ihnen klingle und ein Mensch mit einer aufgefundenen Schleiereule oder einem Kampfhund vor der Tür stehe.

Der Vorsitzende bedankte sich außerdem bei seiner Stellvertreterin Gunhild Muntau-Leitner, die sich als Tierärztin seit 25 Jahren ehrenamtlich um die Tiere kümmere, und den beiden Angestellten, der Tierpflegerin Manuela Ravara und der in Teilzeit mithelfenden Kristina Wölm.

Das Josefa-Burger-Haus beherbergt aktuell 47 Tiere, darunter fünf Hunde und 28 Katzen. Von den 14 Meerschweinchen, die Anfang August bei Sankt Heinrich ausgesetzt und vom Geltinger Tierheim aufgenommen worden waren, ist nur noch eines da - alle anderen konnten an neue Besitzer vermittelt werden. Bernhard Wahler, der im Beirat des Tierschutzvereins engagiert ist, sagt, das sei "die große Stärke" von Manuela Ravara: Sie habe "ein Riesennetzwerk", so dass es oft gar nicht so lang dauere, bis Tiere ein neues Zuhause fänden.

Dass man ein Tier aus dem Heim aufnimmt, kann Gerhard Hasreiter nur empfehlen: "Und wie!", sagt er. Sein Balu zum Beispiel, ein Mischling aus Terrier und Schäferhund, sei "ein edler Hund". Wie er das meint? "Er gibt so viel Vertrauen."

www.tierheim-gelting.de