Ehrung für Autofahrerin "Mei, aufpassen muss man halt"

Irmgard Hopf fährt seit 50 Jahren unfallfrei Auto. Dafür wurde die 69-Jährige nun von der Verkehrswacht ausgezeichnet.

Von Arnold Zimprich

Sein Leben lang unfallfrei mit dem Auto fahren? Das ist gar nicht so einfach. Aber Irmgard Hopf aus Wackersberg hat es bislang geschafft. Die 69-Jährige hat in 50 Jahren im Straßenverkehr noch nirgendwo eine Delle oder auch nur einen Kratzer hinterlassen. In der vergangene Woche wurde sie für diese außergewöhnliche Leistung von der Kreisverkehrswacht Bad Tölz-Wolfratshausen ausgezeichnet.

SZ: Frau Hopf, was war Ihr erstes Auto?

Irmgard Hopf: Wollen Sie das wirklich wissen? Das war ein Fiat. Kein Fiat 500, etwas Größeres. Ein weinroter Wagen. Mein Vater hat ihn mir vermacht, nur ich durfte ihn fahren - meine Schwestern nicht. Der war so was von toll!

Wie schafft man das, 50 Jahre ohne einen einzigen Blechschaden?

Mit den Jahren kommt die Erfahrung. Mein Vater war Fernfahrer, er kam aus dem Rheinland. Wir sind oft dorthin gefahren - und ich durfte fast immer ans Steuer. Ich hab' schon früh Erfahrungen im Straßenverkehr gesammelt und hab' immer aufgepasst.

Wie ist die Verkehrswacht auf Sie aufmerksam geworden?

Ich habe über Ilka Fottner, die Vorsitzende der Kreisverkehrswacht ist, davon gehört, dass Leute, die lange unfallfrei unterwegs waren, ausgezeichnet werden. Daraufhin habe ich mich gemeldet. Neben mir wurden rund zehn Personen für 50 Jahre unfallfreies Autofahren ausgezeichnet.

Hatten Sie schon viele Autos?

Oh ja! Mercedesse, BMWs . . ., durch den Beruf meines Mannes waren wir zudem immer viel unterwegs.

Was würden Sie einem Führerschein-Neuling raten?

Mei, wie gesagt, aufpassen muss man halt. Und vor allem für die anderen mitdenken. Das ist es wohl, was mich die ganzen Jahre vor Unfällen bewahrt hat. Für die anderen mitdenken.

Sie werden bald 70 Jahre alt. Fahren Sie noch viel Auto?

Durchaus, vor vier Jahren habe ich mir einen neuen Peugeot gekauft. Da sind jetzt schon 95 000 Kilometer drauf. Ich hole beispielsweise drei Mal die Woche meine Enkelkinder ab und bringe sie zum Eishockeytraining.

Was sagen denn eigentlich Ihre Enkel zu Ihren Fahrkünsten am Steuer?

Die fahren gerne bei der Oma mit. Selber können's allerdings noch nicht fahren. Die sind erst zehn und zwölf.

Was fällt Ihnen im Straßenverkehr heute auf? Hat sich da im Vergleich zum Straßenverkehr von vor 50 Jahren gravierend etwas verändert?

Das fängt schon vor der eigenen Haustüre an. Dass Familien nur ein Auto haben, kommt fast nicht mehr vor. Der Zweitwagen ist die Regel. Kinder bekommen zum Führerschein ein Auto geschenkt. Da hat sich schon viel verändert.

Wird der Peugeot Ihr letztes Auto sein?

Ich glaube nicht, ich möchte mir schon gern noch mal eins kaufen. Das ist dann aber das letzte!