Messerstecherei und PrügeleienEglinger Dorffest eskaliert

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Das Gelände am Tag danach: Auf der „Blauliachd-Party" kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen.
Das Gelände am Tag danach: Auf der „Blauliachd-Party" kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen. Claudia Koestler

Ein 16-Jähriger erleidet eine  Schnittverletzung am Unterarm, nach weiteren Auseinandersetzungen müssen sieben Besucher im Krankenhaus behandelt werden: Die „Blauliachd-Party“ in Egling endet in einer Nacht der Gewalt.

Von Claudia Koestler, Egling

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Was als ausgelassenes Dorffest begonnen hatte, ist in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Gewalt und Chaos umgeschlagen. Auf der „Blauliachd-Party“ in Egling im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen hat ein unbekannter Täter einen Besucher mit einem Messer angegriffen. Der Täter ist auf der Flucht. Sieben weitere Besucher  mussten nach Schlägereien in umliegende Krankenhäuser gebracht werden. Die Polizei geht nach aktuellem Ermittlungsstand von einer komplett aus dem Ruder gelaufenen Feier.

Gegen 23.45 Uhr hatte der Sicherheitsdienst die Polizeiinspektion Wolfratshausen alarmiert, berichtet Polizeihauptmeister Marco Kasseckert. Ihm zufolge hatte ein Mann einen 24-jährigen Österreicher, der gerade mit seinem 16-jährigen Landsmann in Richtung Ausgang lief, unvermittelt mit einem Faustschlag zu Boden gestreckt. Anschließend hat der Täter mit einem Messer den Unterarm des 16-Jährigen schwer verletzt – eine Arterie wurde dabei getroffen.  Bei weiteren Prügeleien wurden Besucher teils durch Schläge und Tritte verletzt bis hin zu Knochenbrüchen im Gesicht, so die Polizei.

Als die ersten Streifenwagen eintrafen, war die Lage auf dem Festgelände für die Einsatzkräfte unübersichtlich. Rund 700 Personen hielten sich dort auf, die Stimmung war den Beamten zufolge aufgeheizt und teils aggressiv. Dieser Eindruck wird auch vom veranstaltenden Burschenverein bestätigt. „So etwas habe ich noch nie erlebt. Die haben sich aufgeführt, es war wie im Affenstall“, beschreibt einer der Helfer am Morgen die Situation. Der Vorsitzende des veranstaltenden Burschenvereins, Simon Raß, ist am Tag danach deutlich mitgenommen von den Szenen, die sich abgespielt haben: „Das Festl, das wir seit fünf Jahren veranstalten, hatte gegen 8 Uhr abends noch ganz friedlich begonnen“. Doch nach der Eskalation am späten Abend sei es wohl „das letzte Mal, dass wir so etwas veranstalten können.“

Ob sich der respektive die Täter noch unter den Feiernden befanden, ließ sich zunächst von der Polizei nicht klären. Im Zuge der kontrollierten Auflösung der Veranstaltung haben die Polizisten laut Bericht mehrere Personen fesseln und in Gewahrsam nehmen müssen. Dabei mussten die Beamten teilweise unmittelbaren Zwang einsetzen.

Im Einsatz waren rund 60 Polizistinnen und Polizisten aus umliegenden Dienststellen sowie ein Zug des Unterstützungskommandos des Polizeipräsidiums München. Dazu kamen fünf Rettungswagen, zwei Notärzte, ein Rettungshubschrauber sowie eine Polizeidrohne. Die Feuerwehr Egling hat mit 15 Einsatzkräften das Gelände ausgeleuchtet und den Verkehr gelenkt.

Trotz intensiver Fahndungsmaßnahmen ist der Messerstecher  flüchtig. Von Zeugen wurde er der Polizei zufolge als 1,80 bis 1,90 Meter großer Mann von schmaler Statur, dunkler Hauttyp, dunkle Haare mit stark gegeltem Mittelscheitel, und gebrochenes Hochdeutsch sprechend beschrieben. Den Angaben zufolge trug er eine graue Fleecejacke und Jeans. Weitere Informationen will die Polizei auf einer Presskonferenz am Montag geben. Das Videomaterial der Veranstaltung wird derzeit ausgewertet. Die Polizeiinspektion Wolfratshausen bittet Zeugen sowie Personen mit Foto- oder Videoaufnahmen, sich unter der Telefonnummer 08171/42110 zu melden.

Ein Stadl und mehrere Zelte am Sportplatz Egling wurden erst zum Festort, dann zum Tatort.
Ein Stadl und mehrere Zelte am Sportplatz Egling wurden erst zum Festort, dann zum Tatort. Claudia Koestler
Seit fünf Jahren veranstaltet der Burschenverein einmal jährlich die „Blauliachdparty“ - nun war es womöglich das letzte Mal.
Seit fünf Jahren veranstaltet der Burschenverein einmal jährlich die „Blauliachdparty“ - nun war es womöglich das letzte Mal. Claudia Koestler

Hinweis: In einer vorangegangen Version hieß es, der unbekannte Täter habe im  Verlauf des Abends neben dem 16-Jährigen auch die weiteren Festbesucher attackiert, bevor er geflohen ist. Nach aktuellem Ermittlungsstand geht die Polizei davon aus, dass die weiteren  Körperverletzungen durch Schlägereien auf dem Feiergelände entstanden sind, bei denen der flüchtige Täter mit dem Messer nicht beteiligt war. Zudem war die Täterbeschreibung der Polizei nicht vollständig wiedergegeben, die Angaben wurden inzwischen ergänzt.

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