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Egling-Feldkirchen:Zentrum für den Maschinenring

Der Dienstleister soll den Standort der früheren Trocknungsanlage nutzen

Aus der ehemaligen Trocknungsanlage im Eglinger Ortsteil Feldkirchen soll ein landwirtschaftliches Dienstleistungszentrum des Maschinenrings Wolfratshausen entstehen. Der Gemeinderat hat beschlossen, einen Bebauungsplan für ein "Sondergebiet landwirtschaftliche Nutzung" aufzustellen.

Bis 2014 hatte die Trocknungsgenossenschaft Grünfutter haltbar gemacht, musste den Betrieb allerdings aus wirtschaftlichen Gründen einstellen. Der ökonomischen Entscheidung war jahrelange Kritik von Anwohnern vorausgegangen: Sie hatten Lärm, Lastverkehr und Umweltverschmutzung als Belastung wahrgenommen. Als die Genossenschaft dann, um Kosten zu sparen, auf den umstrittenen Brennstoff Braunkohlestaub umstellen wollte, formierte sich massiver Bürgerprotest mit Auswirkungen bis weit über die Grenzen des Landkreises ob der erwarteten Schadstoffemissionen. Nach massiven Protesten, Petitionen und überregionaler medialer Aufmerksamkeit ob des umstrittenen, weil fossilen Brennstoffes stellten die Genossen den Betrieb ein. Mit einer Unterschriftenaktion stand 2015 eine Wiederaufnahme im Raum, die Bürgerinitiative "Feldkirchen und Umgebung" (BI) hatte sich daraufhin vorsorglich wieder in Stellung gebracht. In einem öffentlichen Schreiben hatten Mitglieder der BI angekündigt, sie würden sich zur Wehr setzen, sollte die Nutzung der Anlagen oder des Geländes "wieder zu einer unzumutbaren Belastung der Anwohner werden".

Trotz Absage an eine Wiederaufnahme des Betriebs blieb seither die Frage, wie es mit dem Areal weitergeht. "Ziel war schon seit geraumer Zeit, es einer sinnvollen Nachfolgenutzung zuzuführen", sagte Bürgermeister Hubert Oberhauser (FW). Doch ein Gewerbegebiet sei nicht möglich gewesen - ein solches verstoße gegen das Anbindegebot. Und die Planung, dass dort der Maschinenring ein Dienstleistungszentrum einrichtet, erfüllte bis dato nicht die sogenannte Privilegierung, die noch die Trocknungsanlage hatte. "Für eine geordnete städtebauliche Entwicklung ist daher der Erlass eines Bebauungsplans erforderlich", sagte Oberhauser. Im Weiler Feldkirchen stößt diese Nachricht auf ungeteilte Begeisterung: "I gfrei mi", sagt Karin Hansch, die mit ihrem Mann Robert ein nahegelegenes Gasthaus betreibt. Eine Verkehrsbelastung wie durch die vorherige Grünfutteranlage werde es mit dem Dienstleistungszentrum nicht geben, da ist sich Hansch sicher: "Da steckt mehr Verwaltung dahinter - es wird also bestimmt besser als früher".