Patenschaft mit WolfratshausenMarine-Soldaten für karitatives Engagement ausgezeichnet

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Die Mannschaft des mit der Stadt Wolfratshausen verpartnerten Marine-Aufklärungsschiffes Oste im Eurasburger Rathaus bei der Verleihung des Dörte-Sambraus-Preises 2025 mit Sambraus-Tochter Catherine Kemeny (in Zivil).
Die Mannschaft des mit der Stadt Wolfratshausen verpartnerten Marine-Aufklärungsschiffes Oste im Eurasburger Rathaus bei der Verleihung des Dörte-Sambraus-Preises 2025 mit Sambraus-Tochter Catherine Kemeny (in Zivil). (Foto: Benjamin Engel)
  • Die Besatzung des Marine-Aufklärungsschiffs Oste erhält den Dörte-Sambraus-Preis 2025 für ihr langjähriges karitatives Engagement für die Inselhaus Kinder- und Jugendhilfe in Eurasburg.
  • Die Stadt Wolfratshausen hat seit 2003 eine Patenschaft mit der Oste, deren Besatzung regelmäßig das Inselhaus besucht und die Kinder mit besonderen Geschenken und Spenden unterstützt.
  • Nach 35 Jahren im Einsatz soll die Oste bald ausgemustert werden, Wolfratshausen will eine neue Patenschaft mit dem Nachfolgeschiff „Isar“ abschließen.
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Die Besatzung des Flottendienstboots Oste, das Wolfratshausen als Paten hat, erhält den Dörte-Sambraus-Preis 2025. Die Crew unterstützt seit Langem die Inselhaus Kinder- und Jugendhilfe in Eurasburg.

Von Benjamin Engel, Eurasburg/Wolfratshausen

Mit der Besatzung des in Eckernförde an der Ostsee stationierten Marine-Aufklärungsschiffs Oste hat die Stadt Wolfratshausen im Jahr 2003 eine Patenschaft geschlossen. Seitdem gibt es gegenseitige Besuche. Regelmäßig ist eine Delegation der Frauen und Männer des Flottendienstboots auf dem Wolfratshauser Christkindlmarkt zu Gast und unterstützt die Inselhaus Kinder- und Jugendhilfe mit Sitz in der Flößerstadt. Dieses Engagement wurde nun mit dem Dörte-Sambraus-Preis gewürdigt. Die nach der Inselhaus-Gründerin benannte Auszeichnung, die die Alexander-Brochier-Stiftung in diesem Jahr bereits zum 30. Mal vergeben hat, nahmen Korvettenkapitän Karsten Bammann und 13 Besatzungsmitglieder im Eurasburger Rathaus entgegen.

Dass sich die Seemänner und -frauen karitativ für soziale Einrichtungen der Städte einsetzen, mit denen eine Patenschaft bestehe, sei eine „gelebte Marinetradition“, sagte die Inselhaus-Gesellschafterin Catherine Kemeny, Tochter von Dörte Sambraus. Sie überreichte die Auszeichnung in Form der Bronzeplastik „Der Gratulant“ an Korvettenkapitän Bammann. Der nach ihrer 1956 verstorbenen Mutter benannte Preis soll Personen sowie Unternehmen ehren, die sich in außergewöhnlicher Weise für Kinder und Jugendliche engagieren.

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Dazu zählen auch die Besatzungsmitglieder der Oste, die regelmäßig das Inselhaus-Kinderheim bei Eurasburg besuchen. „Sie haben etwa besondere Geschenke mit Bezug zur Seefahrt mitgebracht“, berichtete Kemeny. So habe die Besatzung beispielsweise eine Pause, während der das Schiff in der Werft überholt wurde, dafür genutzt, Seesäcke selbst zu nähen. Die seien mit Gegenständen gefüllt worden, die sich auf See gut nutzen lassen, etwa mit Regenschutz-Ausrüstung oder Seilen zum Üben von Seemannsknoten. Damit habe die Besatzung dann die Kinder und Jugendlichen im Inselhaus überrascht. Ein anderes Mal gab es eine Spende, mit der das Betreuerteam des Inselhauses ein Naturprojekt umsetzen konnte.

2024 war eine Inselhaus-Gruppe zu Besuch auf dem Schiff

Ein besonderes Ereignis war auch der Besuch einer Gruppe von Inselhaus-Kindern auf dem Flottendienstboot Oste im vergangenen Jahr, mit Übernachtung an Bord. Für die Kinder habe die Besatzung unvergessliche Momente geschaffen, sagte Korvettenkapitän Bammann. Der Preis sei eine „außerordentliche Ehre“ für ihn und seine Crew. Vom Inselhaus habe er noch nie gehört, bevor er seine Funktion als Kapitän der Oste angetreten habe. Die Freude und Warmherzigkeit, die ihm dort entgegengebracht worden sei, habe ihn dann sehr beeindruckt.

Geht es für die Oste auf Aufklärungsfahrt, sind 87 Männer und Frauen an Bord, darunter die Grundbesatzung und weitere Aufklärungsspezialisten. Die gesellschaftliche Wahrnehmung des Militärs habe sich inzwischen geändert, bemerkte der Korvettenkapitän. Wenn er in Uniform auf der Straße unterwegs sei, bedankten sich manchmal sogar Passanten bei ihm. Das sei vor 15 Jahren praktisch nie vorgekommen.

Die Partnerschaft mit der Oste schloss der frühere Wolfratshauser Bürgermeister Reiner Berchtold (SPD) 2003 während seiner Amtszeit. Damit setzte er allerdings nur eine länger bestehende Tradition fort. Willy Thieme, Rathauschef zwischen 1966 und 1978, hatte bereits 1976 mit dem Schnellboot S 47 Jaguar eine Patenschaft initiiert. „Er hat gesagt, die Bundeswehr leistet einen Dienst an der Gesellschaft“, so erinnert sich Berchtold aus Erzählungen. „Dem wollte er Ausdruck verleihen.“ Die Besatzung des Schnellboots habe nach einer Patenschaft gesucht und sich wohl ausdrücklich eine Kommune möglichst weit im Süden Deutschlands gewünscht.

Als das Schnellboot außer Dienst gestellt wurde, habe sich Wolfratshausen dafür entschieden, eine neue Patenschaft mit einem Marineboot einzugehen, berichtete Berchtold. Daran habe es damals auch Kritik aus pazifistischer Grundhaltung im Stadtrat gegeben, etwa von den Grünen, erinnert sich der Rathauschef. Die Argumentation für die Patenschaft sei gewesen, dass diese mit der Besatzung und nicht mit einem Kriegsgerät geschlossen werde. Als die Oste etwa vor der libyschen Küste im Einsatz gewesen sei, habe sie auch viele in Seenot geratene Flüchtlinge aufgenommen.

Nach 35 Jahren im Einsatz soll die Oste nun bald ausgemustert werden. Als Ersatz wird in der Peene-Werft an der Ostsee bereits am Flottendienstboot namens „Isar“ gebaut, mit dem Wolfratshausen wieder eine Patenschaft abschließen will. So ist es auf der städtischen Homepage zu lesen.

Hilfe für Kinder und Jugendliche: das Inselhaus in Eurasburg.
Hilfe für Kinder und Jugendliche: das Inselhaus in Eurasburg. (Foto: Hartmut Pöstges)

Neues Heim beim Inselhaus

Bei Eurasburg betreibt die Inselhaus Kinder- und Jugendhilfe bereits ein Heim für 18 Kinder im Alter von sechs bis 18 Jahren, die in zwei Gruppen betreut werden. Jetzt soll eine neue feste Einrichtung für Drei- bis Sechsjährige in Eurasburg hinzukommen. Das Haus, in dem es Platz für sechs Kinder und einen zusätzlichen „Inobhutnahmeplatz“ geben soll, wird aus Holz errichtet. Der Werkstoff sei wohltuend und wirke sich unmittelbar positiv auf die Atmosphäre im Gebäude aus, betonte Inselhaus-Geschäftsführerin Angelika Schmidbauer. Das sei gerade für kleine Kinder aus teils sehr belasteten Familien wichtig. Für das neue Kinderheim sucht das Inselhaus Spenden.

Bei der Kinder- und Jugendhilfe gibt es zudem personelle Veränderungen. Wie sie selbst sagte, wird sich Geschäftsführerin Schmidbauer im Jahr 2026 sukzessive aus dem operativen Geschäft zurückziehen. Neu im Team ist Monika Zimmermann, die Aufgaben wie Spendengenerierung und Öffentlichkeitsarbeit von Elke Burghardt übernommen hat.

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