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Diskussion bei Etatberatung:Ein Haus für Generationen

Penzberg möchte Begegnungsort für Jung und Alt schaffen

Von Alexandra Vecchiato, Penzberg

Die Senioren in der Stadt Penzberg wünschen sich seit Langem einen Ort für regelmäßige Begegnungen und Aktivitäten. Die SPD stellte den Antrag, einen Seniorentreff einzurichten, der Seniorenbeirat ging einen Schritt weiter und äußerte den Wunsch nach einem Mehrgenerationenhaus. Letzteres scheint man im Rathaus zu favorisieren. So kam es jüngst bei der Beratung über den Verwaltungshaushalt für das Jahr 2021 zu Sprache, dass insgesamt 1,3 Millionen Euro verteilt auf mehrere Jahre für das Projekt zur Verfügung stehen. Mit diesem Betrag könnte die alte Stadtbücherei am Rathausplatz relativ zeitnah umgebaut werden.

Der Stadtrat hatte sich vor Kurzem dafür ausgesprochen, dass das Anliegen der Penzberger Senioren im Ausschuss für Finanz- und Sozialangelegenheiten beraten werden sollte. Ob Planungskosten für einen Seniorentreff im Etat berücksichtigt worden seien oder wie es nun weitergehe, fragte Elke Zehetner (SPD) nach. Die Antwort fiel positiv aus. Kämmerer Johann Blank erläuterte, dass 2021 immerhin 100 000 Euro für die Planung zur Verfügung stünden. 2022 sieht er 700 000 Euro für Baumaßnahmen vor. Weitere 500 000 Euro seien für das Finanzjahr 2024 eingestellt. Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) berichtete, dass sich Rathaus-Geschäftsführer Roman Reis bereits Mehrgenerationenhäuser etwa in Murnau oder Garmisch angeschaut habe. "Das ist eine tolle Sache", bestätigte Reis. Er favorisiert, die seit fünf Jahren leer stehende alte Bücherei umzubauen. Die Immobilie liege zentral, einen Träger habe man ebenfalls an der Hand. Die Arbeiterwohlfahrt München-Stadt habe Interesse bekundet, sagte Reis. In das neue Mehrgenerationenhaus integriert werden könnte eine Beratungsstelle für Senioren und deren Angehörige, wie sie von der Fraktion Penzberg Miteinander beantragt wurde. "Das wird sich auf den Personalbedarf auswirken", betonte der Geschäftsführer, da zusätzliche Stellen geschaffen werden müssten.

Der Seniorenbeirat hatte in seinem Antrag vorgeschlagen, die Stadt möge sich beim Bundesprogramm Mehrgenerationenhaus bewerben, um an Fördermittel zu kommen. Reis dämpfte die Hoffnung. Neue Projekte würden nicht mehr aufgenommen, so das negative Feedback auf seine Anfrage. "Aber wir versuchen es", sagte er und ergänzte, dass von diesem Zuschuss die Realisierung eines Mehrgenerationenhauses in Penzberg nicht abhängig sei.

Kerstin Engel (Grüne) warb dafür, den Senioren eine Übergangslösung in der alten Stadtbücherei zu schaffen, bis das neue Mehrgenerationenhaus stehe. Was bei Reis für Verwirrung sorgte, da er in dem leer stehenden Gebäude die neue Einrichtung verwirklicht sehen möchte. Engel widersprach. Sie plädiert dafür, die ehemalige Bücherei in Zentrumslage abzureißen und "endlich was Gescheites" hinzubauen.

Auch wenn die Debatte über den Standort des neuen Mehrgenerationenhauses in Penzberg nicht endgültig abgeschlossen zu sein scheint - im Gespräch ist ebenfalls die früherer Molkerei an der Christianstraße -, meinte Kämmerer Blank, dass die Umsetzung sicherlich nicht so lange dauern werde wie der Bau des Berliner Flughafens.

© SZ vom 26.10.2020
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