Dietramszell"Das ist schon ein Dilemma"

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Hubert Prömmer, Gemeinderat und Sprecher der Kreis-Grünen, sieht sich bei Windkraftanlagen in einem Zwiespalt.

Petra Schneider

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Hubert Prömmer ist Kreissprecher der Grünen. Er will allerdings bei der nächsten Wahl, die in Kürze ansteht, nicht mehr für dieses Amt antreten. Als Dietramszeller hat er zur Windkraft eine andere Position, als man sie von einem Grünen grundsätzlich erwarten würde.
Hubert Prömmer ist Kreissprecher der Grünen. Er will allerdings bei der nächsten Wahl, die in Kürze ansteht, nicht mehr für dieses Amt antreten. Als Dietramszeller hat er zur Windkraft eine andere Position, als man sie von einem Grünen grundsätzlich erwarten würde. wor

Hubert Prömmer ist Gemeinderat in Dietramszell und Kreissprecher der Grünen. Beim Thema Windkraft, über das in Dietramszell derzeit heftig gestritten wird, befinde er sich in einem Dilemma, sagt Prömmer im Gespräch mit der SZ.

SZ: Sind Sie für oder gegen Windkraftanlagen in Dietramszell?

Hubert Prömmer: Ich bin nicht generell dagegen, aber die Standorte müssen passen.

In Dietramszell ist das Thema Windkraft besonders präsent, weil dort die meisten Standorte im gesamten Planungsgebiet Oberland möglich wären. Die Grünen haben bei dieser Diskussion bisher keine Stellung bezogen.

Unsere Grundhaltung ist pro Windkraft. Der konkrete Fall Dietramszell wird bei den Kreis-Grünen aber nicht so thematisiert. Man weiß, dass ich als Gemeinderat dort in einer besonderen Situation bin und würde mir nicht dreinreden. Unser Fraktionssprecher im Kreistag, Klaus Koch, hat sich kürzlich in einem Interview für den Ausbau der Windkraft im Landkreis ausgesprochen. Aber er hat sich mit den Standortplanungen in Dietramszell nicht explizit befasst.

Und die sind schwierig. Auch Sie haben im Gemeinderat für den Teilflächennutzungsplan gestimmt, wonach Windräder auf einer Fläche im Zeller Wald konzentriert werden sollen. Kürzlich haben Sie angedeutet, dass Sie Ihre Meinung geändert haben.

Ja, ich sehe das inzwischen anders, wie auch andere Gemeinderäte.

Warum?

Die Standorte, die dort festgelegt wurden, sind nicht tragbar, weil der komplette südliche Bereich der Gemeinde betroffen wäre.

Die Planungen sind doch vor der Abstimmung ausführlich im Gemeinderat besprochen worden. Warum jetzt diese Kehrtwende?

Der Teilflächennutzungsplan ist von Bürgermeisterin Leni Gröbmaier mit Hochdruck durchgepeitscht worden. Ich finde, wir hätten uns da mehr Zeit lassen sollen. Inzwischen ist der Widerstand der Bürger massiv, vor allem der Obermühltaler. Ich verstehe das auch, weil man sie nicht bei den Planungen mit eingebunden hat.

Sie wohnen selbst in Obermühltal und wären von Windkraftanlagen betroffen. Hat das auch zu Ihrem Meinungsumschwung beigetragen?

Nein, das spielt keine Rolle. Aber ich muss als Gemeinderat die Meinungen der Bürger vertreten.

Als Grünen-Kreissprecher müssten Sie doch eigentlich dafür werben, dass die Energiewende umgesetzt wird.

Ja, das ist richtig. Das ist schon ein Dilemma. Da steht Landschaftsschutz gegen Energiewende.

Wie soll es Ihrer Meinung nach nun in Dietramszell weitergehen?

Wir sollten mit dem Planungsverband Oberland über die Standorte verhandeln und den Teilflächennutzungsplan dann noch einmal neu aufrollen. Und: Ohne Bürgerbeteiligung im Vorfeld lassen sich Projekte mit solchen Auswirkungen für die Landschaft nicht durchsetzen.

Wenn man die Bürger von Anfang an beteiligt, wird es auch Widerstände geben, weil immer jemand betroffen ist. Wollen Sie dann als grüner Gemeinderat eher für den Bürger willen sprechen und gegen die Umsetzung der Energiewende?

Dann würde es wirklich schwierig werden. Da müsste ich mir selbst erst eine klare Linie überlegen.

© SZ vom 16.02.2013 - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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