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Die Schüler müssen wieder ran:Schneefrei vorbei

Die Grund- und Mittelschule Wolfratshausen war wie alle staatlichen Schulen bis Dienstag wegen des Schnees geschlossen.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Nach sechs zusätzlichen Ferientagen wegen des Wetters geht am Mittwoch in allen Schulen im Landkreis der Unterricht wieder los.

Sechs Tage schneefrei am Stück an allen staatlichen Schulen im Landkreis: Das gab es noch nie. Am Mittwoch geht der Unterricht wieder los, die verlängerten Weihnachtsferien sind endgültig vorbei. Das hat das Landratsamt am Dienstag verkündet. "Wir sind alle total erleichtert, dass wir jetzt wieder starten können", sagt der Rektor der Grund- und Mittelschule Wolfratshausen, Frank Schwesig.

Noch mehr Zeit zu verlieren, hätte die Schulen vor große Probleme gestellt. Die Grundschüler müssten Lernentwicklungsgespräche führen, sagt Schwesig, und die Abschlussklassen sich auf Prüfungen vorbereiten. Zusatzunterricht brauche es wegen der ausgefallenen Tage keinen, sagt Schwesig. In der neunten Klasse aber werde wohl der ein oder andere bereits geplante Ausflug gestrichen. "Es war für uns eine ganz neue Situation", sagt der Rektor zu den vielen Schließungstagen. "Deshalb war es wichtig, dass wir von den Eltern Rückmeldung bekommen haben." Die hätten sich Arbeitsblätter für ihre Kinder zuhause gewünscht, die die Schule dann am Freitag auf der Homepage zur Verfügung gestellt habe.

Noch länger geschlossen hatte das Rainer-Maria-Rilke-Gymnasium in Icking: Schon am Montag vergangener Woche hatten die Schüler dort wegen der Schneemassen frei. Direktorin Astrid Barbeau ist froh, dass der Unterricht am Mittwoch weitergeht. "Endlich", sagt sie nach sieben schulfreien Tagen. Mehrarbeit gibt es für die Schüler dort nicht. "Es ist unseren Lehrern zuzutrauen, dass sie mit einem Verlust von sieben Unterrichtstagen umgehen können", sagt Barbeau. Den gebe es schließlich auch bei Krankheitsfällen. "Wir kommen mit dem Stoff durch." Die Lehrer hätten sich abgestimmt, damit es keine "unangemessene Prüfungsverdichtung" gebe. "Kein Schüler braucht Angst zu haben, dass er jetzt nach den Ferien gleich drei Klausuren schreiben muss." Prüfungen gebe es diese Woche nur in der Oberstufe - auf Wunsch der Schüler, wie Barbeau betont. Schon in den vergangenen Tagen hätten die Lehrer über interne Portale im Internet "Angebote zum Üben und Vertiefen" für die Schüler zu Hause bereitgestellt. Verpflichtende Hausaufgaben seien das aber nicht. Am Mittwochmorgen werde sie die 800 Schüler per Durchsage begrüßen - "wie an jedem ersten Schultag nach der Ferien", sagt Barbeau. Dann gehe es zügig mit dem Unterricht los. Im Kollegium herrsche "eine gewisse Aufbruchstimmung", sagt sie. "Wir freuen uns, die Schüler endlich wiederzusehen."

Das benachbarte private Günter-Stöhr-Gymnasium hatte sich den amtlich verordneten schneefreien Tagen nicht angeschlossen. Allerdings hatte die Schule am vergangenen Donnerstag und Freitag , sowie am Montag geschlossen - "aus Sicherheitsgründen", sagt Ute Hennekes, Sprecherin des St.-Anna-Schulverbunds, zu dem das Gymnasium gehört.

An den übrigen Tagen fand der Unterricht dort statt. Zwar habe man es den Eltern freigestellt, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken oder nicht. "Es haben aber nur einzelne Schüler gefehlt", sagt Hennekes. "Die meisten sind gekommen." Den reibungslosen Ablauf verdanke man auch den Feuerwehren, die mit THW und Bergwacht am Wochenende die Dächer von Turnhalle und Mensa vom Schnee befreit hätten. Am privaten Max-Rill-Gymnasium in Reichersbeuern lief der Unterricht die ganze Zeit weiter. Etwa ein Viertel der Schüler dort stammt aus dem Ausland. Sie seien nach dem Ende der Ferien wieder angereist, hätten bereits Flüge gebucht, schildert Schulleiterin Carmen Mendez. "Ihnen hätten wir nicht absagen können." Den übrigen Schülern war die Teilnahme am Unterricht freigestellt.

Auch das Gymnasium und die Mädchenrealschule St. Ursula im Lenggrieser Ortsteil Hohenburg sind privat. Dort gab es jedoch wie an staatlichen Einrichtungen keinen Unterricht. "Es ging uns um die Schulwegsicherheit", sagt die Realschulleiterin Stefanie Scheja. Das Schulgelände liege im Wald, viele Bäume seien dick mit Schnee bedeckt gewesen. Mindestens ein Drittel aller Schüler komme außerdem mit dem Bus oder der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) zum Unterricht. Die sei vielfach gar nicht gefahren, und der Schienenersatzverkehr sei unzureichend gewesen. Die Lehrkräfte hätten über eine Online-Plattform Übungsaufgaben verschickt.

An so viele schneefreie Tage hintereinander kann sich auch im Kreisschulamt niemand erinnern. Dessen Leiterin Petra Burkhardt hält den Unterrichtsausfall aber für unproblematisch. Im Lehrplan gebe es einen Puffer, falls Lehrkräfte Themen vertiefen oder besondere Projekte organisieren wollten, sagt sie. Daher müsse aus ihrer Sicht auch kein Unterricht nachgeholt werden.