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Die Planungen gehen voran:Baurecht für Nordumfahrung kommt

Nach Jahrzehnten der Diskussion wird die Tölzer Umgehungsstraße im kommenden Jahr genehmigt, verspricht Verkehrstaatssekretär Eck. Bürgermeister Janker fordert zwei neue Projekte.

An dieser Aussage wird sich Gerhard Eck, Staatssekretär im bayerischen Innenministerium (CSU), messen lassen müssen. Der Planfeststellungsbeschluss für die Tölzer Nordumfahrung werde 2018 erlassen, versprach er am Dienstag bei einem Treffen mit Bürgermeister Josef Janker (CSU). "Das Projekt läuft. Man sollte es schnell umsetzen können." Damit rückt der Baubeginn in greifbare Nähe. Vorausgesetzt, es gibt keine Klagen gegen die Umgehungsstraße. Janker zeigte sich nach dem Gespräch sehr zufrieden. "Endlich gibt es eine klare Aussage zur Priorisierung", sagte der Tölzer Bürgermeister.

Ein klares Bekenntnis, dass die Nordumfahrung zügig vorangetrieben wird, vermisste Janker seit Längerem von Seiten des Staatlichen Bauamts Weilheim, das mit der Planung der Umgehung betraut ist. "Uns drückt die Verkehrsbelastung auf den Bundesstraßen 472 und 13", sagte Janker. An die 30 000 Fahrzeuge, darunter viele Pendler, würden täglich auf der Bundesstraße 472 in Tölz gezählt. Das sei ungefähr das Doppelte von dem, was auf der Garmischer Autobahn unterwegs sei.

Die B472 soll nicht mehr über die Tegernseer Straße führen, sondern die Siedlungen am Lettenholz und in der General-Patton-Straße im Norden umfahren. Mit zweistöckigen Kreiseln sollen die Staustellen an der B13 und an der oben abgebildeten Sachsenkamer Straße entschärft werden. Grafik: Lars Consult/Staatliches Bauamt

2003 habe die Stadt bereits den Bebauungsplan für die Nordumfahrung aufgestellt. 14 Jahre seien ins Land gezogen. Immer wieder spreche man bei den Beteiligten vor, um zu klären, wann was zu erledigen sei, um das Projekt endlich beginnen zu können. Diese Treffen seien wie "eine Forelle, wennst sie in die Hand nimmst", so Janker. Er könne keine Fortschritte erkennen. "Wir stehen im Regen. Wir möchten wissen, welche Priorität die Politik der Nordumfahrung beimisst?" Janker, in Fahrt gekommen, setzte noch eines drauf: Er möchte auch wissen, wie viel Wochenarbeitszeit im Staatlichen Bauamt den Planungen gewidmet würden. Er könne nicht verstehen, warum Vorhaben wie die Verlegung der B 11 bei Geretsried von der Behörde diskutiert würden, wenn sie erst in Jahrzehnten umgesetzt werden sollen. "Die B-11-Verlegung ist nicht weniger wichtig, aber es wäre Zeit, in Tölz Gas zu geben."

Staatssekretär Eck, der auf Wahlkampftour mit CSU-Bundestagskandidaten Alexander Radwan nach Bad Tölz kam, beschwichtigte. Nach dem Erörterungstermin im Oktober 2016 fehlten noch einige Stellungnahmen. Ferner sei seitdem viel im Hintergrund geschehen. Der Grundstückserwerb sei fast abgeschlossen: Sowohl Ausgleichsflächen wurden angekauft wie Tauschgrundstücke als Entschädigung für betroffene Landwirte. Er habe sich rückversichert, dass der Planfeststellungsbeschluss 2018 da sei. Nicht festlegen wollte er sich auf Nachfrage von CSU-Kreisrat und Landtagsabgeordneten Martin Bachhuber, ob man mit dem Beschluss in der ersten Jahreshälfte rechnen dürfe.

Umgehungsstraße Bad Tölz

Treffen zur Tölzer Nordumfahrung (v.l.): Landtagsabgeordneter Martin Bachhuber, Bundestagsabgeordneter Alexander Radwan, Staatssekretär Gerhard Eck, Landrat Josef Niedermaier und Bürgermeister Josef Janker.

(Foto: Manfred Neubauer)

Die Finanzierung des 25-Millionen-Projekts ist gesichert. Alle Vorhaben im Bundesverkehrswegeplan seien durchfinanziert, sagte Eck. 7,7 Milliarden Euro stünden 2017 zur Verfügung. Bayern profitiere in besonderem Maße, da in anderen Bundesländern Projekte mangels Baurecht stockten. 16 Prozent der Fördermittel hatte der Freistaat beantragt, 24 Prozent konnte er abrufen.

Beflügelt von der positiven Nachricht, nutzte Janker die Gelegenheit, zwei weitere Verkehrsprojekte zu fordern. Denn Eck soll den Tölzern helfen, den Widerstand im Staatliche Bauamt zu brechen. Zum einen handelt es sich um einen Kreisel an der B 13 beim Moralt. Das Bauamt präferiert eine Ampellösung. Die Stadt hat auf eigene Kosten eine Expertise eingeholt, die die Machbarkeit eines Kreisverkehrs bestätigt. Eck, der bekundete, ein Freund von wartungsfreien und unkomplizierten Kreiseln zu sein, versprach, dies bei einem gemeinsamen Treffen mit den Weilheimern besprechen zu wollen.

Zum anderen geht es um die Anschlussstelle Bad Tölz-Ost. Wer dort nach links auf die Umgehung abbiegen möchte, müsse die gesamte B 472 queren - ein gefährliches Unterfangen, wie ein tödlicher Unfall 2016 bewiesen habe, sagte Janker. Die Stadt schlägt zur Entschärfung vor, die vorhandene Unterführung Richtung Wackersberg auf Höhe Treibhaus zu nutzen und eine Einschleifspur hoch auf die Bundesstraße zu bauen.