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Die Bagger sind am Zug:Die Welle bricht

Bei Abbrucharbeiten wie dieser müssen alle Baustoffe sortiert werden. Bis das Bad ganz entfernt ist, dauert es noch Wochen.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Abrissarbeiten am alten Bad laufen bis Ende Oktober. Das neue Haus soll 2021 stehen

Das Penzberger Wellenbad ist Geschichte. Es steht schon jetzt nicht mehr vollständig. Am vergangenen Montag haben die Abbrucharbeiten begonnen, die noch bis Ende Oktober andauern sollen. Ein 50 Tonnen schwerer Bagger entfernt die Gebäudeteile mit seinem großen Greifer sorgsam Stück für Stück. Das ehemalige Foyer und die Sauna waren als erstes dran. "Alle Gebäudeteile werden herausgegriffen und nach Materialien sortiert", erklärt der Penzberger Stadtwerke-Chef Josef Vilgertshofer. Man müsse sich keine Sorgen machen, betont er: "Staub wird nur geringfügig entstehen, und wir halten alle Sicherheitsvorkehrungen ein."

Bis Ende Oktobersoll die dann freie Fläche an der Seeshaupter Straße für den Neubau zur Verfügung stehen. Vom alten Wellenbad wird nur ein kleiner Teil des ehemaligen Schwimmbeckens übrig bleiben - um Wasser zu halten, wie Vilgertshofer erläutert. Die eigentlichen Bauarbeiten sollen im Dezember beginnen. Das neue Familienbad wird von Pfählen getragen, die bis zu zwölf Meter tief in den Boden gerammt werden. Laut Plan sollen die Bauarbeiten Ende 2021 abgeschlossen sein. Nach einem Probebetrieb soll das Familienbad im Dezember 2021 offiziell eröffnet werden.

Das neue Bad wird sich in mehrfacher Hinsicht vom alten unterscheiden: Es wird kein Wellenbad mehr sein, sondern ein Sport- und Familienbad mit einer großen Röhrenwasserrutsche. Vilgertshofer sagt, die Kinder freuten sich schon darauf. Was die Dimension und Form betrifft, so soll das neue Gebäude kompakter sein und räumlich etwas versetzt gebaut werden. Im Innenbereich liegt der Fokus neben den Wassereinrichtungen auf einer Sauna, die "erheblich größer werden wird als die alte und im Außenbereich mit einer Liegewiese ausgestattet wird", wie Vilgertshofer ankündigt.

Neben einem 25 Meter langen Sportbad mit Sprunganlagen soll es ein Lehrschwimmbecken geben mit Strömungskanal und Nackendusche. "Hier können dann auch Wassergymnastik und Kurse stattfinden, da die Wassertiefe zum Stehen reicht." Eine kleines gastronomisches Angebot soll es ebenfalls geben. Das Wort "Wellness" lehnt der Stadtwerke-Chef im Zusammenhang mit dem Bad ab. "Damit assoziiere ich ein Bad mit einem teuren Anspruch, wir wollen aber natürliche Anlaufstelle für Familien und Vereine sein", erklärt er.

Auf knapp unter 20 Millionen Euro schätzt Vilgertshofer die Gesamtkosten. Den Löwenanteil werden die Stadtwerke selbst leisten müssen, aber es gebe vom Freistaat Bayern im Rahmen der Förderung kommunaler Schwimmbäder einen Zuschuss und die Stadt Penzberg steuere etwa drei Millionen Euro bei.

Zu der Bauweise und Inneneinrichtung, die auf den Projektplänen fast etwas futuristisch anmutet, erklärt der Stadtwerke-Chef: "Wir möchten ein Bad schaffe, das die Leute auch in zehn und zwanzig Jahren noch ästhetisch anspricht, und deshalb dürfen wir uns nicht an Maßstäben vergangener Jahre orientieren."

Im Oktober 2018 hatten die Penzberger direkt über die Zukunft des Schwimmens in ihrer Stadt abgestimmt. Fast 61,7 Prozent votierten bei einem Bürgerentscheid für den Neubau eines Hallenbads, welches das mehr als 40 Jahre alte Wellenbad ersetzen soll.