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Der Wolfratshauser Stadtrat ist angetan:In zwei Jahren zur Dirigentin

Zwischen Rathaus und Loisachhalle - hier auf dem Sebastianisteg - im Einsatz: Marlene Schretzenmaier.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Marlene Schretzenmaier leitet seit Anfang des Monats das Kultur- und Veranstaltungsmanagement der Stadt

Marlene Schretzenmaier kann sich über einen Mangel an Arbeit derzeit nicht beklagen. Die 30-Jährige hat Anfang Oktober die Leitung des Kultur- und Veranstaltungsmanagements der Stadt Wolfratshausen übernommen und muss nun viele Veranstaltungen organisieren. Sie folgt Marion Klement nach, die seit 2010 für die städtische Kulturarbeit verantwortlich war und einen neuen Job in München angenommen hat. Schretzenmaier war in den vergangenen zwei Jahren Klements Assistentin. Der Stadtrat hatte auf eine externe Ausschreibung verzichtet und die gebürtige Burgauerin einstimmig in ihrem neuen Amt bestätigt. Im Kulturausschuss saß sie am Donnerstag zum ersten Mal in neuer Position vor dem Gremium - und bekam sogleich anerkennende Worte.

Schretzenmaier hatte das Konzept für das Bürgerfest vorgelegt, das am 4. Juli 2020 zum zweiten Mal in Wolfratshausen stattfindet. Von 10 bis 22 Uhr soll es in der Altstadt zahlreiche Aktionen geben, auf der Marktstraße, auf Bühnen am Marienplatz und am Schwankl-Eck sowie auf einer Aktionsfläche für Sportvereine in der Johannisgasse. Die Zuständigkeiten der Veranstalter - neben der Stadt die Vereine Lebendige Altstadt, Werbekreis und der Kulturverein Isar-Loisach - sind auf dem Papier klar verteilt, das Budget von 40 000 Euro soll entsprechend ausgezahlt werden. Das entlockte SPD-Fraktionssprecher Fritz Meixner das erste Lob für die neue Kulturamtsleiterin. Er freue sich über den "langfristig und gut aufgestellten transparenten Projektplan", den die Stadträte einstimmig beschlossen.

Gemessen an all den anderen Veranstaltungen, die Schretzenmaier koordiniert, ist das Bürgerfest aber noch in weiter Ferne: Zuvor muss sie sich um die dritte "Eiszeit" kümmern, bei der von 29. November bis 6. Januar wieder eine Eislauffläche auf der Alten Floßlände platziert wird, mit neuem Betreiber und diesmal eigenem Eismeister. Am 18. und 19. Januar steigt dann erstmals das Outdoor-Festival "Wild" in der Loisachhalle, bei dem renommierte Abenteurer und Fotografen, unter anderem Dirk Rohrbach, auftreten. Dazu soll es Workshops und Infostände geben. "Wir sind gerade aktiv auf Sponsorensuche", sagt Schretzenmaier. Ein erstes Vorbereitungstreffen gab es schon mit den Flößerfamilien für die Johannifloßprozession am 17. Mai. Und auch das beliebte Wirtefest soll 2020 wieder stattfinden, voraussichtlich am 12. September.

Die 30-Jährige muss sich zudem um den laufenden Kulturbetrieb kümmern und sich in die neue Funktion einarbeiten. Das bedeutet auch, an zahlreichen Meetings teilzunehmen. Klement habe in Wolfratshausen ein vielfältiges Angebot auf die Beine gestellt, von dem sie überzeugt sei und das sie weitestgehend fortführen wolle, sagt Schretzenmaier. "Sicherlich werde ich aber auch meine eigenen Duftmarken setzen." Das Thema Sport würde sie zum Beispiel gerne ausbauen.

Zum Entwickeln eigener Ideen kommt sie vorerst aber noch nicht. Schließlich ist ihre alte Stelle zwar bereits ausgeschrieben, aber noch vakant. Zur Entlastung hat sie eine Aushilfe von einer Zeitarbeitsfirma bekommen. Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) ist froh über die neuen Leitung im Kulturmanagement. Schretzenmaier sei "eine hoch motivierte Mitarbeiterin, die mit eigenen Ideen das gut aufgebaute Kulturprogramm zusätzlich bereichern wird", erklärt er.