Demo in Wolfratshausen:Corona: Hingerl ruft zu Dialog auf

Lesezeit: 1 min

Anwalt und Impfskeptiker plädiert für gemeinsamen Spaziergang.

Von Marie Heßlinger

Josef Hingerl, Rechtsanwalt, Golfplatzbetreiber und Gegner der Corona-Maßnahmen, hat in einem offenen Brief zum Dialog zwischen Kritikern und Befürwortern der Corona-Politik aufgerufen. Beide Gruppe sollen am Montag, 17. Januar, von 18.30 Uhr an bei einem Spaziergang aufeinandertreffen und sich über ihre Standpunkte austauschen. Auf lange Sicht schlägt Hingerl eine wöchentliche Videodiskussion unter Moderation vor.

Der Spaziergang soll in Wolfratshausen am Obermarkt beginnen und über die Bahnhofsstraße, Floßkanal, Sauerlacher Straße und Johannisgasse führen. Etwa um 20 Uhr sollen sich die Teilnehmenden wieder am Obermarkt einfinden. Die Befürworter der Corona-Maßnahmen sollen Masken tragen, die Gegner, wie bereits am vergangenen Montag, Kerzen. Wer gesprächsbereit sei, solle beides tragen. "Die Maske kann auch unter dem Kinn getragen werden", schreibt Hingerl. "Meine größte Freude wäre es, wenn alle ein Licht und eine Maske als Zeichen der Gesprächsbereitschaft trügen." Mögliche Gegensätze könnten auf diese Weise überwunden werden, so Hingerl, und ein "unglaublich positives Zeichen" nicht nur an Wolfratshausen, sondern die ganze Gesellschaft gesendet werden. Zudem wolle er versuchen, eine regelmäßige Video-Diskussion auf die Beine zu stellen.

Den Anstoß für seine Idee hat Hingerl bei den Corona-Protesten Anfang der Woche bekommen. Am Montag bildete in Wolfratshausen eine angemeldete, Masken tragende Gruppe von Demonstranten eine Menschenkette mit Transparenten für das Impfen und gegen Nazis. Sie trafen auf eine weitaus größere Gruppe von "Spaziergängern", die Lichter trugen und sich unter anderem gegen eine Impfpflicht positionierten. "Eine Bereitschaft, in einen Dialog zu kommen, habe ich nicht immer vorgefunden", erzählt Hingerl, der sich an jenem Abend unter die Menschen mischte.

Hingerl selbst ist in den vergangenen Monaten immer wieder als Gegner der Corona-Maßnahmen in Erscheinung getreten. Im November 2021 versammelte er etwa 200 Demonstranten vor der Wolfratshauser Loisachhalle. Er kritisierte die Immunisierung Minderjähriger und zweifelte die Wirksamkeit praktisch aller Maßnahmen der Regierung und der Weltgesundheitsorganisation WHO gegen die Pandemie an - von Tests über die Maskenpflicht bis zur Impfung. Weil er den Golfplatz am Bergkramerhof im Lockdown zweimal trotz Verbots geöffnet hatte, verurteilte ihn das Amtsgericht zu einer Geldstrafe.

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