Umwelt und Natur im OberlandLehm gegen das Leck im Teich

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Der gerade erst sanierte Degerdorfer Weiher verliert Wasser. Nun wurde er mit Lehm abgedichtet.
Der gerade erst sanierte Degerdorfer Weiher verliert Wasser. Nun wurde er mit Lehm abgedichtet. Manfred Neubauer

Weil der für einen Millionenbetrag sanierte Degerndorfer Weiher leckt, versucht die Gemeinde Münsing, ihn mit einfachen Mitteln abzudichten.

Von Benjamin Engel, Münsing

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Lehm zählt zu den ältesten und preisgünstigsten Baustoffen der Menschheitsgeschichte. Ausgerechnet dieses Material soll nun helfen, den für einen siebenstelligen Betrag sanierten und trotzdem lecken Degerndorfer Weiher abzudichten. Für eine Million Euro hatte die Kommune Münsing den Schlamm entsorgt, der das Gewässer ökologisch umzukippen drohte, und einen neuen Mönch gebaut, wie man das regulierbare Ablaufwerk bei Teichen nennt. Doch durch eine alte Holzkonstruktion darunter sickerte so viel Wasser ab, dass der Weiher immer mehr an Volumen verlor.

Am Dienstag arbeiteten der gemeindliche Bauhof, das in Degerndorf ansässige Tiefbauunternehmen Holzer sowie eine Spezialbaggerfirma gemeinsam daran, die undichte Stelle unter dem alten Mönch mit lehmhaltigem Material abzudichten. „Der Lehm wird ganz großzügig darum verteilt“, sagte Bürgermeister Michael Grasl (Freie Wähler). „Das ist wie Teig, den der Bagger mit der Schaufel reindrückt.“ Am frühen Nachmittag wurde die erste Schicht aufgetragen, abends wurde nachjustiert.

Die Kommune setzt darauf, dass der Teich damit dicht hält und wieder an Volumen gewinnt. Das kann allerdings dauern. Denn der Degerndorfer Weiher ist Endpunkt einer Gewässerkette, die von Haidach im Süden über Sonderham und die umliegenden Moorflächen nach Norden reicht. In der aktuellen niederschlagsarmen Wetterphase sind alle diese Nassflächen ebenfalls ziemlich ausgetrocknet, weshalb wenig Wasser in den Weiher nachfließen kann. „Wichtig ist der Gemeinde und dem Fischereiverein, dass der Fischbestand nicht gefährdet ist“, teilt die Kommune mit. „Bisher reichte der Wasserspiegel dafür aus.“

2015 kaufte die Kommune Münsing den Weiher der Ambacher Familie Bierbichler ab. Die Rathausverwaltung ließ den neuen Mönch am Nordende des Gewässers auf das alte Ablaufwerk anschließen. Darunter liegt die Holzkonstruktion, durch die es jetzt leckt. „Fachleute hatten damals empfohlen, das in Ruhe zu lassen“, sagt Bürgermeister Grasl jetzt.

Die Dammsanierung würde nochmal eine Million Euro kosten

Um das Leck zu schließen, seien verschiedene Lösungsmöglichkeiten diskutiert worden. Der Rathauschef spricht von riesigen Sandsackbarrieren, Spundwänden oder Kunstharz, das mit Lanzen unter Wasser hätte injiziert werden müssen: allesamt zu aufwendige und damit zu teure Maßnahmen. Die nun angewendete Methode mit dem Lehm sei ein Versuch und erst einmal der für den Steuerzahler am kostengünstigsten.

Bezahlen muss die Kommune allerdings noch einmal eine siebenstellige Summe – und zwar, um den Damm zu sanieren, über den die Straße „Am Weiher“ führt. Der ist laut einem Ingenieurbüro bei starkem Niederschlag nicht standsicher. Um mit der Sanierung voranzukommen, müsste die Kommune allerdings auf dem Grund eines Anwohners agieren können, was dieser bislang ablehnt.

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