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Datenschutz und Kommunikation:Was Ehrenamtliche brauchen

Brigitta Hack (links) und Margit Engl informieren über die Fortbildungsreihe für Ehrenamtliche im Landkreis und die Vergünstigungen.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Das Landratsamt und das katholische Kreisbildungswerk bieten den freiwilligen Helfern zwischen Icking und Jachenau eine Fortbildungsreihe

Von Klaus Schieder, Bad Tölz

Für Leute, die sich freiwillig und ohne Lohn für die Gesellschaft engagieren, gibt der Landkreis seit sechs Jahren eine Ehrenamtskarte heraus. Sie ist ein kleines Dankeschön für das Engagement und gewährt einige Vergünstigungen, beispielsweise ermäßigten Eintritt in Bäder, Museen oder Konzerte. Die Bedingung ist, dass die Empfänger zumindest fünf Stunden pro Woche ehrenamtliche Arbeit leisten. Mehr als 3000 Inhaber dieser Karte gibt es mittlerweile zwischen Icking und der Jachenau. "Das sind etwa 15 000 Stunden in der Woche ", sagt Margit Engl vom Ehrenamtsbüro des Landkreises. "Würde man dies mit neun Euro pro Stunde entlohnen, hätten wir eine Summe von 135 000 Euro in der Woche." Den Engagierten ist das Geld jedoch meist gar nicht wichtig. Sie brauchen andere Hilfe.

Wer mit Flüchtlingen arbeitet, als Vorsitzender eines Vereins tätig ist oder einem Rettungsdienst angehört, benötigt mancherlei Kenntnisse, die er für seinen eigentlichen Beruf nicht gelernt hat. "Viele Ehrenamtliche brauchen eine Fortbildung, der Bedarf ist da", sagt Brigitta Hack, zuständig für PR, Neue Medien und Datenschutz beim Katholischen Kreisbildungswerk (KBW). Zusammen mit dem Landratsamt veranstaltet das KBW deshalb zum ersten Mal eine Fortbildungsreihe. Das Projekt, das von der Erzdiözese München und Freising gefördert wird, ist für ehrenamtliche Kräfte in allen Funktionen aus Vereinen und Organisationen im Landkreis gedacht. "Es geht darum, dass man diese Leute unterstützt und ihnen zeigt, dass man weiß, wie sie dem Gemeinwohl dienen", so Hack.

Um Datenschutz geht es zum Auftakt am Dienstag, 12. Februar, 18 bis 21 Uhr, im kleinen Sitzungssaal des Landratsamtes. Nach der Einführung der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) befänden sich viele Ehrenamtliche noch "ein wenig in Schockstarre", berichtet Hack. Sie fragten sich, was sie nun eigentlich tun müssten, um mit dem Datenschutz her auf der sicheren Seite zu sein. Antworten darauf gibt Thomas Krischke, IT-Sachverständiger für Informationssicherheit und Datenschutz von ProtectYourIT aus Wolfratshausen. In dem Kurs erklärt er die Anforderungen des DSGVO, stellt Mustertexte für Datenschutzhinweise bereit, zum Beispiel auf Homepages, ebenso Mustervereinbarungen für Datenschutzregelungen mit Kunden und Dienstleistern. Außerdem geht es um technische Maßnahmen zur Datensicherheit. "Der Fokus liegt auf der Besprechung von Problemen und Erfahrungen aus der Praxis", so Hack. Die Teilnehmer sollen an dem Abend Fragen stellen, die dann beantwortet werden. "Es ist nicht nur Theorie, sondern vor allem Praxis."

Wer ein Ehrenamt ausübt, sitzt nicht im stillen Kämmerlein, sondern hat fast immer mit anderen Menschen zu tun. Das heißt, er kann mit ihnen auch in Konflikte geraten. Wie man in solchen Situationen respektvoll miteinander umgeht, erklärt die Seminarrektorin und Mediatorin Ulrike Xylander, die seit drei Jahren in der Flüchtlingsarbeit tätig ist. "Gelingende Kommunikation - Vom Konflikt zum Miteinander" lautet der Kurs, den sie am Dienstag, 26. März, 17.30 bis 21 Uhr, im kleinen Sitzungssaal im Landratsamt gibt. Sie geht dabei vor allem auch auf das Konzept der gewaltfreien Kommunikation nach Marshall Rosenberg ein. Ulrike Xylander habe schon viele Flüchtlingshelfer unterrichtet, sagt Hack. "Und alle waren ganz begeistert von ihr."

So mancher Vereinsvertreter habe schon Artikel für Zeitungen geschrieben und sich gewundert, warum nichts erschienen ist: Dies ist Hack und Engl zufolge der Grund für den dritten Abend am Dienstag, 2. April, 18.30 bis 20.30 Uhr, im kleinen Sitzungssaal des Landratsamtes. Dabei spielen indes nicht nur Veröffentlichungen in Printmedien eine Rolle. "Das Feld der Öffentlichkeitsarbeit ist ja viel breiter geworden", sagt Engl. Deshalb gibt Referentin Isabel Boergen zwar auch einen Crashkurs darin, wie man gute Texte schreibt und sein Anliegen für die Öffentlichkeit am besten darstellt. Vor allem geht es aber darum, welches Medium dafür am besten geeignet ist, wie Texte für Webseiten aussehen sollten, wie man sich in sozialen Medien wie Facebook, Twitter, Instagram, Snapchat oder Pinterest präsentiert.

Wer eine goldene Ehrenamtskarte hat, weil er sich mehr als 25 Jahre lang unentgeltlich engagiert hat, muss für die Fortbildungen nichts bezahlen. Für alle anderen beträgt die Teilnahmegebühr zwölf Euro. An die nächste Fortbildungsreihe ist bereits gedacht. Sie soll im Herbst folgen. Mögliche Themen könnten dann die Versicherungen für Ehrenamtliche oder auch das Reden vor Publikum sein. Diese Anregungen habe sie von freiwillig Engagierten schon bekommen, sagt Brigitta Hack. "Uns ist wichtig, das wir genau den Bedarf abdecken, der gewünscht wird."

Weitere Informationen und Anmeldung beim Katholischen Kreisbildungswerk, Telefon 08041/60 90, E-Mail: info@kbw-toelz.de

© SZ vom 14.01.2019
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